Michael Pinter

SUB/DC, 2003

Ein ehemaliger stählerner Wassersilo (11 m Länge, 4 m Durchmesser) wurde vom Medienkünstler und Musiker Pinter neu interpretiert. Er bildet die Grundstruktur dieser Skulptur. Acht integrierte Basslautsprecher verwandeln den Silo in ein Musikinstrument. Die tiefen Frequenzbereiche erzeugen Druckwellen, die den Sound nicht nur hörbar, sondern auch körperlich spürbar machen. Auf einem externen Monitor sind die Kompositionsdaten sichtbar. Als umgebautes Readymade verweist die Arbeit aufgrund ihrer spezifischen physikalischen Gegebenheiten auf die funktionelle Vielseitigkeit eines Objekts. 

 

Der multimediale Ansatz ist bezeichnend für die künstlerische Vorgangsweise von Michael Pinter. Er ist sowohl als Videokünstler (reMI), als auch als Musiker tätig. Vor diesem medienkünstlerischen Hintergrund ist auch die Arbeit SUB/DC zu verstehen. In ihrer grundsätzlichen Gestalt erfüllt sie die Kriterien einer Skulptur.

 

Hat die Minimal Art noch, neben der formalen Reduziertheit, auf die formale Ähnlichkeit der Kunstwerke mit funktionalen, industriell gefertigten Objekten hingewiesen, so hat man es hier tatsächlich mit einem derartigen Gegenstand zu tun. Ein ehemaliger stählerner Wassersilo (11 m Länge, 4 m Durchmesser) bildet die Grundstruktur dieses skulpturalen Körpers. Seinem ursprünglichen Funktionszusammenhang entrissen, erfährt er eine neue Kontextualisierung.

 

Mit acht Basslautsprechern ausgestattet, wird der Silo zum Musikinstrument. Dem Benutzer stehen Möglichkeiten zur Verfügung, nach denen er die Klangstrukturen variieren kann. Die tiefen Frequenzbereiche erzeugen Druckwellen, die den Sound nicht nur hörbar, sondern auch körperlich spürbar machen. Auf einem externen Monitor sind die Kompositionsdaten sichtbar – gleichsam lesbar. Das umgebaute Ready Made ist somit, im Sinne eines avancierten Skulpturbegriffes, nicht nur visuell erfassbar. Es wendet sich an mehrere Sinne gleichzeitig. 


Robert Morris hat 1961 in seinem Werk „Box with the Sound of its Own Making“ auf die Selbstreferenzialität bzw. auf die Dimension Zeit im Kunstwerk hingewiesen. Michael Pinter verweist auf die funktionellen Möglichkeiten aufgrund spezifischer physikalischer Grunddispositionen eines Kunstwerkes. Das plastische Erleben ist nicht nur im dreidimensionalen Gegenstand – in seiner Materialität – enthalten, sondern auch in der akustischen Struktur – in der Drastik des Sounds.

Autor: Günther Holler-Schuster, Kurztext adaptiert von Lisa Schantl und Lukas Sperlich 
Planübersicht: Position 42
Besitzer: [Stiftungsbesitz, Sponsor: Medienturm, Schilcher & Söhne]
Künstlerbiografie: Michael Pinter

Österreichischer Skulpturenpark

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