Ajuste en el Vacio

Susana Solano, 1995/1996

Diese scheinbar auf der Erde schwebenden oder sich ausruhenden Zylinder wirken ebenso leicht wie schwer. Das Material und die wuchtigen Einfassungen stehen im Gegensatz zur Leere, die ein wichtiger Bestandteil dieser dreiteiligen Skulptur ist: Leerer Raum wird durch die transparenten Gitterstrukturen, die Hohlräume der Zylinder selbst und die Räume zwischen den Objekten erfahrbar. Durch ihre einander zugewandten Positionen werden die Einzelteile zu einem großen Ganzen, das sich, je nach Perspektive der betrachtenden Person, stets neu zusammensetzt, verdichtet und wieder ausdünnt.

Das dreiteilige Werk besteht aus drei offenen Zylindern auf einem Hang. Leerer Raum wird durch die transparenten Gitterstrukturen, die Hohlräume der Zylinder selbst und die Räume zwischen den Objekten erfahrbar. Das dreiteilige Werk besteht aus drei offenen Zylindern auf einem Hang. Leerer Raum wird durch die transparenten Gitterstrukturen, die Hohlräume der Zylinder selbst und die Räume zwischen den Objekten erfahrbar.

Bildinformationen

Autor*in

Rainer Fuchs, Kurztext adaptiert von Lisa Schantl und Lukas Sperlich 

Planübersicht

Besitzer*in

Museum Moderner Kunst, Stiftung Ludwig; Wien

Künstler*innenbiografie

Susana Solano

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Zum Werk

Susana Solanos Bildhauerei weist enge Bezüge zu Raumfragen auf. Nicht nur das Verhältnis von Skulptur und Umraum, sondern auch die räumlichen Qualitäten der Skulptur selbst sind Thema ihrer Arbeit.

Mit dem dreiteiligen Werk Ajuste en el vacio setzt die Künstlerin skulpturale Körper im leeren Raum zueinander in Beziehung und verleiht damit dieser Maßnahme als konzeptueller Handlung Form und Sichtbarkeit. Dazu hat Solano drei zylindrische Körper von unterschiedlicher Länge geschaffen, die aus transparenten Gitterstrukturen mit massiven Einfassungen bestehen.

Eine Dynamisierung dieser Formen entsteht durch den ellipsoiden Grundriss der Zylinder. Deren Sockeln sind so in den Boden eingelassen, dass der Eindruck entsteht, als ob die Skulptur als sockelloses Gebilde in prekärem Gleichgewicht auf der Erde ausruhen bzw. auf ihr schweben würde. Erst in ihren einander zugewandten Positionen formieren sich die Einzelteile zu einem korrespondierenden Ganzen, das eine schwebende Dynamik vermittelt.

Die Skulptur spannt Raum auf und thematisiert ihn auch selbst in ihren transparenten Strukturen und Zwischenräumen. Das Nichts, die Leere wird so als integraler Bestandteil des Werks erfahrbar. Leerer Raum erhält durch die zylindrischen Körper und deren Beziehungen zueinander eine präzise Strukturierung und nimmt umgekehrt den metallenen Werkkomponenten ihre Schwere und Massivität.

Entscheidend für die Interpretation dieser Arbeit ist aber auch die Rolle des Betrachters, der sich in den Zwischenräumen bzw. neben den einzelnen Teilen bewegt und sie mit seinem Blick verknüpft. Im Umschreiten verschiebt sich permanent die Perspektive auf diese Arbeit und bieten sich dem Blick immer andere Konstellationen und Überschneidungen der einzelnen Elemente dar.

Skulptur wird so als Bewegungsform erkennbar, die zwar auf materielle Träger angewiesen ist, aber auch das Potenzial besitzt, diese Träger gleichsam in Schwingung zu versetzen.