Klasse Tobias Rehberger, Städelschule Frankfurt, Artist in Residence 2014

In Then Out, 2014

Die begehbare Skulptur besteht aus mehreren großen Stahlbügeln, die aus dem Boden ragen und das Grundgerüst einer Unterkunft mit Zeltcharakter für zukünftige Artists in Residence bilden. Ein geschlossener Raum wurde vermieden, um ein angenehmes Klima zu schaffen. Ein verschachteltes System aus Wänden formt den Wohn- und Arbeitsraum der Künstler/innen, ohne ihn gänzlich abzuschließen. Die rohe Stahlskulptur wird saisonal mit Stretchfolie ausgestaltet. Damit entwirft sich ein prozessualer und partizipativer Ansatz, der diese architektonisch angelegte Skulptur immer wieder neu und unterschiedlich entwickelt. 

 

Die Einladung als Artists in Residence erging im Jahr 2014 an die Studierenden von Tobias Rehberger an der Frankfurter Städelschule. Nach der Präsentation des Parks in Frankfurt entschloss sich die gesamte Klasse an diesem Projekt teilzunehmen.

 

Im Juni 2014 besuchte uns die Klasse von Prof. Tobias Rehberger. Ziel ihrer Exkursion war es, sich den logistischen und architektonischen Herausforderungen einer Unterkunft für das Artist in Residence Programm des Österreichischen Skulpturenparks anzunehmen. Die Student/innen machten sich mit den Notwendigkeiten einer Unterkunft vertraut und überführten diese in eine Skulptur welche nutzbar bleiben soll. Hierzu campierten die Studenten der Frankfurter Städelschule mehrere Tage im Skulpturenpark. Die Klasse hatte somit ausgiebig Gelegenheit den Park – aus einer Bewohnerperspektive– kennenzulernen.

 

Diese Erfahrungen waren die Basis für die intensive Arbeit an einem gemeinsamen Entwurf. Dieser wurde nun partnerschaftlich realisiert. Teile der Skulptur wurden von den Student/innen selbst gefertigt, andere nach ihren Plänen von Grazer Handwerkern gebaut. Der finale Aufbau erfolgte wiederum durch die Student/innen.

 

Die Skulptur wird aus mehreren Elementen bestehen, beginnend mit einer statischen Grundkonstruktion. Große Stahlbügel in vielerlei Form werden aus dem Boden wachsen. Sie geben ein Grundgerüst vor, aus dem die Wände der Unterkunft entstehen. Das Besondere hierbei ist, dass ein geschlossener Raum vermieden wurde, um ein angenehmes Klima für die Gäste der Residency zu schaffen. Ein verschachteltes System aus Wänden formt den Wohn- und Arbeitsraum der Künstler ohne ihn gänzlich abzuschließen.

 

Mit Stretchfolie, einem Material, das üblicherweise zur Verpackung von Paletten dient, wurden die Wände ausgestaltet. Durch die Wickelung werden aus den Rahmen einzelne, individuell gestaltbare Wände. Dieser Gestaltungsspielraum der Skulptur soll auf Dauer aufrechterhalten werden. Die rohe Stahlskulptur wird in Folge saisonal neu gestaltet, 2015 von Student/innen der Ortweinschule Graz, 2016 von Master-Studierenden des Ausstellungsdesigns an der FH Joanneum.

 

Damit entwirft sich ein prozessualer und partizipativer Ansatz und entwickelt diese architektonisch angelegte Skulptur immer wieder neu. Zu jeder neuen Saison wird die Skulptur frisch eingekleidet. Somit weist dieses Projekt auch über die Eröffnung hinaus.

Autor: Elisabeth Fiedler
Planübersicht: Position 70
Besitzer: [Österreichischer Skulpturenpark]
Künstlerbiographie: Tobias Rehberger

Österreichischer Skulpturenpark

Thalerhofstraße 85
8141 Premstätten, Österreich
T +43-316/8017-9704
skulpturenpark@museum-joanneum.at

 

Öffnungszeiten
01. April 2019 bis 31. Oktober 2019 Mo-So, Feiertag 10 - 20 Uhr


Büroadresse:

Marienplatz 1/1, 8020 Graz
Mo-Fr 9-17 Uhr

Termine auf Anfrage: 
Führungen: T +43-699/1334 6831 

 

22. April 2019
10. Juni 2019