Jörg Schlick

Made in Italy, 2003

Die Skulptur gräbt sich als über sieben Meter hohe und vier Meter breite Wand in einen künstlich errichteten Hügel. Wissenschaftlicher Ausgangspunkt ist der Abschluss des Humangenomprojekts im Jahr 2001, in dem 3,2 Milliarden Basenpaare, aus denen sich die menschliche DNS zusammensetzt, entschlüsselt wurden. Die vier Bausteine des Erbgutes, die Basen Adenin, Thymin, Cytosin und Guanin, ersetzt Schlick durch billigst produzierte Fliesen aus Italien. Gleichsam einem Zufallsgenerator unterworfen und doch einem System folgend, manifestiert sich in dieser Arbeit ein Ausschnitt der Welt, des Lebens, der Natur.

 

Als Multiartist führte Schlick seine Untersuchungen an den Schnittstellen zwischen Ästhetik, kunstimmanenten sowie wissenschaftlichen Fragen und markt- oder gesellschaftspolitischen Problemstellungen durch.


Nicht abgesetzt wird die Skulptur Made in Italy im Park situiert, sondern sie gräbt sich als über sieben Meter hohe und nahezu vier Meter breite Wand in einen künstlich errichteten Hügel. So wird die konstruierte Veränderbarkeit von und die Einflussnahme auf das Leben neben „natürlich“ wachsenden Bäumen in diesem Kunstwerk evident.

 

Wissenschaftlicher Ausgangspunkt ist der Abschluss des Humangenomprojektes im Jahr 2001, in dem 3,2 Milliarden Basenpaare, aus denen sich die menschliche DNS zusammensetzt, entschlüsselt wurden. Die vier Bausteine des Erbgutes, die Basen Adenin, Thymin, Cytosin und Guanin, ersetzt Schlick durch billigst produzierte Fliesen in vier unterschiedlichen Farben, importiert aus dem Einrichtungsdesignerland Italien.

 

Gleich einem Zufallsgenerator unterworfen und doch einem System folgend, manifestiert sich in dieser Arbeit ein Ausschnitt der Welt, des Lebens, der Natur. Das Prinzip der dem Chaos innewohnenden Überfülle, der eruptiven und Grenzen sprengenden Entladung, wird minutiös gebändigt und in ein ästhetisches Sichtfeld überführt. Schlick zerstört unsere Vorstellungen von einem Gesamten und verweist auf das Fragmentarische, das Hybride, auf Brüche. Die Bedeutsamkeit der einzelnen Arbeit wird dem Erzeugen eines Musters, eines Rhythmus und einer stringenten Dynamik untergeordnet. 


Der Zerlegung des Bildes in einzelne Pixel, begonnen durch neue Erkenntnisse über das Licht im 19. Jahrhundert, die eine Lesbarkeit erst aus einer gewissen Distanz möglich machte, wird fortgeschrieben. Informationen, gewonnen aus der Erfahrung und der wissenschaftlichen Durchdringung von Materie erzeugen Splitter, die trotz des immer erweiterten Wissens keine Lesbarkeit, aus welcher Distanz auch immer, mehr zulassen.

Autor: Elisabeth Fiedler
Planübersicht: Position 44
Besitzer: [Stiftungsbesitz]
Künstlerbiografie: Jörg Schlick

Österreichischer Skulpturenpark

Thalerhofstraße 85
8141 Premstätten, Österreich
T +43-316/8017-9704
skulpturenpark@museum-joanneum.at

 

Öffnungszeiten
01. April 2020 bis 31. Oktober 2020 Mo-So, Feiertag 10 - 20 Uhr


Büroadresse:

Marienplatz 1/1, 8020 Graz
Mo-Fr 9-17 Uhr

Termine auf Anfrage: 
Führungen: T +43-699/1334 6831