Werner Reiterer

gesture, 2003/04

Liegt der Skulptur das Prinzip der Dauerhaftigkeit und Unveränderbarkeit zugrunde, schreibt sich dieses Objekt als eine wiederholende Geste in die Landschaftsformation ein, hebt sich aber durch die Farbigkeit und den lauten Knall deutlich von der sie umgebenden Natur ab. Das permanente Aufsteigen und Zusammenfallen korrigiert den Skulptur- und Objekt begriff und zeigt ein spielerisches Modell für den gerafften Nachvollzug geologischer Gestaltungen. Einer der Grundzüge von Reiterers Kunst liegt in der Destabilisierung unserer Wahrnehmungsgewohnheiten. 

 

Eine in ihrer Farbigkeit zur umgebenden Natur extrem kontrastierende Plane wächst immer wieder aufs Neue aus einer Senke zur Kugel empor, um kurz nach ihrer vollen Entfaltung mit einem lauten Knall ihr Volumen zu verlieren und, wenn auch nur für kurze Zeit, formlos, wie eine achtlos abgelegte Kunststoffhaut, sich auf dem Gras auszubreiten. 


Liegt der Skulptur in den überwiegenden Beispielen das Prinzip der Dauerhaftigkeit und Unveränderbarkeit zugrunde, schreibt sich dieses Objekt als eine sich permanent wiederholende Geste in die Landschaftsformation ein. Dadurch konterkariert sie diese als künstliche Natur angelegte Rahmenform, nicht ohne auf deren Struktur Bezug zu nehmen. Das heißt unter anderem, dass Täler und Hügel, dass Statik und Tektonik in der Sprache der Kunst ebenso zitiert wie verfremdet werden. Dieses permanente Aufsteigen und Zusammenfallen korrigiert einmal einen verfestigten Skulptur- und Objektbegriff, das andere Mal sehen wir uns einer Art spielerischem Modell für den gerafften Nachvollzug geologischer Gestaltungen gegenüber.

 

Einer der Grundzüge von Werner Reiterers Kunst liegt in der Destabilisierung unserer Wahrnehmungsgewohnheiten. Er legt es darauf an, uns nicht mit ausgefallenen referenzlosen Kunststücken zu verwirren, sondern an jenen Schnittstellen anzusetzen, wo eingeübte Erlebnismuster aufgebrochen werden, wo durch das Verrücken von Bezugssystemen jenes Vakuum entsteht, das postwendend mit einer neuen Konfiguration von Inhalten aufgefüllt werden kann.

 

Es sind, wenn man diesen Terminus verwenden will, nicht unbedingt auf Anhieb in allen ihren Dimensionen nachvollziehbare, meist konzeptuell ausgerichtete visuelle „Spielformen“, die zudem nicht im weit entfernten Land der Kunst, sondern verortet auf der Ebene des alltäglich Sichtbaren in Erscheinung treten. Dafür steht auch als grell farbige Intervention in einem Skulpturenpark die repetierte Geste der Formwerdung und des Formverlusts eines Ballons.

Autor: Werner Fenz 
Planübersicht: Position 52
Besitzer: [Stiftungsbesitz]
Künstlerbiographie: Werner Reiterer

Österreichischer Skulpturenpark

Thalerhofstraße 85
8141 Premstätten, Österreich
T +43-316/8017-9704
skulpturenpark@museum-joanneum.at

 

Öffnungszeiten
24. März bis 31. Oktober Mo-So, Feiertag 10 - 20 Uhr
01. April 2019 bis 31. Oktober 2019 Mo-So, Feiertag 10 - 20 Uhr


Büroadresse:

Marienplatz 1/1, 8020 Graz
Mo-Fr 9-17 Uhr

Termine auf Anfrage: 
Führungen: T +43-699/1334 6831