Erwin Wurm

Bunker, 1987

Zwei Metalleimer, die mit der Hohlseite auf einer roten Metallplatte fixiert wurden, sind die Grundelemente dieser Skulptur. Diese Eimer sind grundsätzlich benützbare Gebrauchsgegenstände, die jedoch, herausgelöst aus ihrem ursprünglichen Kontext, unbrauchbar gemacht wurden und sich nun als abstrakte geometrische Elemente vom Objektstatus zum Skulpturenstatus wandeln. Im Objektstatus der Gegenstandswelt stehen Eimer normalerweise auf dem Boden. Wurm verändert die Präsentationsform, indem er die Boden-Platte aufklappt und die Sichtweise von einer Bodenskulptur zu einer Wandskulptur kippt.

 

Seit Beginn der 1980er Jahre hat Erwin Wurm ein vielschichtiges skulpturales Register entwickelt, das in Erforschung der Grundlagen der Bildhauerei von zunächst formalen Überlegungen der Dreidimensionalität zu seinen anthropomorphen Plastiken aus bemaltem Holz und Metall, ab den 1990er Jahren über konzeptuelle Fragestellungen der Absenz und Präsenz, von Volumen, Gewicht, Schwerkraft und Statik zu seinen Staub- und Pulloverskulpturen führte und schließlich im semiotischen Medium von Fotografie oder Video als skulpturale Handlungsform mündete. Personen werden nach Anweisung des Künstlers oder nach eigenem Wunsch mit Alltagsgegenständen als Skulptur in das Dispositiv der Fotografie eingeschrieben und, da einer Zeitstruktur unterworfen, zu One-Minute-Sculptures.

 


In Erwin Wurms Outdoor-Skulptur Bunker im Österreichischen Skulpturenpark, die wie eine abstrakte Wandskulptur aussieht, bilden zwei Metalleimer, die mit der Hohlseite auf einer roten Metallplatte fixiert wurden, die Grundelemente. Von dieser Arbeit lassen sich die dialektischen Traditionslinien des Objektbegriffs der Avantgarde des 20. Jahrhunderts von Duchamps Readymades bis zu den Objets trouvés der Surrealisten zurückverfolgen.

 


Diese beiden Eimer sind grundsätzlich benützbare Gebrauchsgegenstände, die jedoch, herausgelöst aus ihrem ursprünglichen Kontext, unbrauchbar gemacht wurden und nun als abstrakte geometrische Skulpturelemente sich vom Objektstatus zum Skulpturenstatus rückverwandeln.

 

Wurm unterläuft auch den Blick auf die Gegenstandswelt, indem er den an die Schwerkraft gebundenen Zustand eines Objekts in einen Schwebezustand verkehrt. Eimer stehen normalerweise auf dem Boden. Wurm verändert jedoch die Präsentationsform, indem er die Bodenplatte, die den Sockel ersetzt, mit den beiden Eimern aufklappt und die Sichtweise von einer Bodenskulptur zu einer Wandskulptur kippen lässt.

Autor: Christa Steinle
Planübersicht: Position 13
Besitzer: [Universalmuseum Joanneum GmbH]
Künstlerbiographie: Erwin Wurm

Österreichischer Skulpturenpark

Thalerhofstraße 85
8141 Premstätten, Österreich
T +43-316/8017-9704
skulpturenpark@museum-joanneum.at

 

Öffnungszeiten
24. März bis 31. Oktober Mo-So, Feiertag 10 - 20 Uhr
01. April 2019 bis 31. Oktober 2019 Mo-So, Feiertag 10 - 20 Uhr


Büroadresse:

Marienplatz 1/1, 8020 Graz
Mo-Fr 9-17 Uhr

Termine auf Anfrage: 
Führungen: T +43-699/1334 6831