Kriegsnagelung der 2er-Bosniaken, GrazMuseum

15. August 2014 / Christoph Pelzl

„Den Witwen und Waisen gefallener Krieger“: Blogserie zum Ersten Weltkrieg

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Die Aktion „Weihnachten für unsere Truppen im Felde“ wurde im Zuge des Ersten Steirischen Soldatentages im Winter 1914 mit einer Festveranstaltung gestartet und jährlich wiederholt.

Bildpostkarte „Weihnachten im Felde“

Eberhart_Weihnachten

Bildpostkarte „Weihnachten im Felde“, Sammlung Ulrike Eberhart, Graz

 

Die Aktion „Weihnachten für unsere Truppen im Felde“ wurde im Zuge des Ersten Steirischen Soldatentages im Winter 1914 mit einer Festveranstaltung gestartet und jährlich wiederholt. Durch in den steirischen Gemeinden plakatierte Spendenaufrufe, Haus-zu-Haus-Sammlungen und den Verkauf von Abzeichen, Weihnachtspostkarten und Ähnlichem sollten „Weihnachtspakete“ mit Zigaretten, Schokolade, Tee und Konserven für die Soldaten an der Front zusammengestellt und anschließend verschickt werden.

 

Kriegsnagelung der 2er-Bosniaken

 

In Wien wurde 1915 der erste sogenannte „Wehrmann in Eisen“ aufgestellt. Dieser erfreute sich äußerster Beliebtheit und erlebte in der Folge eine Vielzahl an Nachahmungen in allen Teilen der Monarchie. Der Vorgang war überall derselbe: Durch eine festgesetzte Spendensumme erhielt die Spenderin bzw. der Spender die Erlaubnis, einen Nagel in eine entsprechende Holzfigur einzuschlagen.

Als sichtbares Zeichen der Spende und des eigenen, selbst geleisteten Kriegsbeitrages, erhielt man eine nummerierte Karte, die mit dem Namen und der Höhe der Spende versehen wurde. Anschließend wurde der Spender im Spendenbuch verewigt. Auch im Kronland Steiermark waren diese „Kriegsnagelungen“ sehr populär. Alleine in Graz sind mindestens fünf Kriegsnagelungen bekannt, der „Landsturmmann in Eisen“ der Grazer Messe und der „Wehrmann in Eisen“ des Infanterieregiments Nr. 27 stellen wohl die bekanntesten dar und zeugen von der Vielzahl der unterschiedlichen Körperschaften, die diese errichten ließen.

Der hier abgebildete „Wehrtisch“ stammt vom bosnisch-herzegowinischen Infanterieregiment Nr. 2, das 1915 von Graz nach Lebring verlegt wurde und hier ein Ausbildungslager betrieb. Am 2. Dezember 1916 wurde diese orientalisch anmutende Kriegsnagelung dort feierlich enthüllt. Es handelte sich um einen sechseckigen Tisch mit prächtiger Gestaltung, auf dem sich ursprünglich die Skulptur eines vom Monte Meletta herabsteigenden Bosniaken befand. Dieser Tisch wurde vom Offizierskorps der „2er-Bosniaken“ in Auftrag gegeben, der Gewinn sollte den Witwen und Waisen des Regiments zugutekommen.

 

Zum Nachlesen

Teil 1: “Objekte gegen das Vergessen”
Teil 2: „Der kranke Mann an der Donau?“
Teil 3: „Stramm deutsche Stadt?”Alle Benutzer
Teil 4: „Die Zahnräder beginnen sich zu drehen“
Teil 5: „Hurra das Dritte Korps“
Teil 6: „Die Gegend scheint da ,vorne‘ ein Ende zu haben, dem ein ,Nichts‘ folgt“
Teil 7: „Die normierte Tötungsmaschine – der normierte Mensch“
Teil 8: „Den Witwen und Waisen gefallener Krieger“
Teil 9: “Nie wieder Krieg!”
Teil 10: „Zur Erinnerung an „schwere Zeiten””
Teil 11: „Frauen und Kinder an der Heimatfront”
Teil 12: “Erlkönig unter Wasser”

Eckdaten

  • Thema: Teilt mit uns Eure Meinungen, Gedanken und persönlichen Erinnerungsstücke zum Ersten Weltkrieg.
  • Laufzeit: 27. Juni bis 30. September
  • Hashtags: #wk1 und #stmk
  • Bewerbung: Wir bewerben die Beiträge über Twitter (@Joanneum), auf den Facebook-Seiten des Museum im Palais und der allgemeinen Joanneums-Seite sowie auf unserer Website. Außerdem werden wir diesen Beitrag regelmäßig aktualisieren und eure Beiträge hier am Ende des Textes verlinken. Nach Ablauf der Serie bringen wir auch eine Zusammenfassung hier im Museumsblog.
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