7. April 2015 / Lucie Urban

„Unbekanntes Land“

Kunst- & Naturvermittlung

Interkulturalität im Museum! Voller Vorfreude und ein bisschen ängstlich vor dem Unbekannten nahmen wir am 17. März alle 30 Gastschüler/innen und ihre Lehrer/innen in Empfang.

Erwartungsvolles Warten am Grazer Flughafen …

… aber das Warten hat sich gelohnt! Nach anfänglich peinlichem Schweigen tauten wir im Laufe des Nachmittags langsam auf.

 

Den ersten gemeinsamen Nachmittag mit unseren Partnerinnen und Partnern verbrachten wir privat. Manche trafen sich mit anderen Projektschülerinnen und -schülern und zeigten ihren Gästen die Grazer Innenstadt, um anschließend den Sonnenuntergang vom Schlossberg aus zu beobachten. Andere verbrachten den Tag gemütlich zu Hause oder gingen spazieren. Die Jungs kamen sich vor allem durchs Fußballspielen näher.

Obwohl nicht alle Deutsch sprachen, gab es keine großen Kommunikationsschwierigkeiten – mit Händen und Füßen schafften es alle, sich miteinander auszutauschen. Am Ende des Tages fielen wir glücklich über unsere „Gastkinder“ und erschöpft vom ersten Kennenlernen müde in unsere Betten.

Das Kennenlernen

Den eigentlichen Beginn machte unser Projekt am 18. März im BG Rein, wo alle Projektschüler/innen von unserer Direktorin Frau Oswald und Frau Prof. Moravi herzlich begrüßt wurden.

Vier externe Trainer/innen von allinEvents.at für Kommunikation, Erlebnis- und Teambuilding machten sich die Mühe, mit uns Kennenlernspiele zu spielen und die Schüler/innen für den darauf folgenden Museumstag vorzubereiten. Mit Spiel und Spaß wurde gemeinsam am bevorstehenden Projekt gearbeitet.

Bei den Spielen wurden wir in vier Gruppen aufgeteilt, um dann an verschiedenen Stationen Aufgaben zu bewältigen. Das war eine sehr lustige Sache: Die Trainer/innen erklärten die Spiele auf Deutsch, was nicht alle verstanden, aber Gott sei Dank war es kein Problem für uns, die Spielregeln ins Englische zu übersetzten.

Nach diesen ersten Spielen mussten sich die 17 österreichischen Projektschüler/innen in den Unterricht zurückziehen. Die verbliebenen 10 österreichischen Guides spielten mit unseren Gästen noch das sogenannte “Chaosspiel”: Dabei mussten am ganzen Schulgelände verteilte Karten mit Begriffen über Graz und Museen gefunden werden. Es herrschte wirklich Chaos 🙂

Vorbereitungen für den Tag im Museum

Nach diesem einleitenden Spiel kamen alle im Hockey-Saal zusammen, um eine Einteilung für den Museumsbesuch am 19. März zu finden. Da sich die ausländischen Projektteilnehmer/innen nicht gleichmäßig auf die zwei ausgewählten Museen – Kunsthaus Graz und Landeszeughaus – aufgeteilt hatten, mussten die Gruppen neu geordnet werden. Dank verschiedenster Ideen gelang uns dann schlussendlich eine passende Einteilung.
Nach der Mittagespause gab es Präsentationen der sechs angereisten Delegationen. Diese unterschieden sich, so wie die Länder es selbst auch tun. Besonders kreativ waren die Griechen, die uns mit einem selbst einstudierten griechischen Tanz beeindruckten.

Anschließend kamen die Austauschschüler/innen mit den zehn Guides in ihren Gruppen zusammen, um die Museumsbesuche am nächsten Tag zu planen. Die Aufgabenstellung für die Arbeit in den Museen lautete, einen jugendgerechten Museumsführer für das Kunsthaus Graz und Landeszeughaus zu konzipieren. Anhand der Vorlage eines bestehenden Museumsführers versuchten die Schüler/innen herauszufinden, was man besser oder interessanter machen könnte und totale No-Gos dabei wegzulassen.

Foto: © L. Urban/BG Rein

Foto: © L. Urban/BG Rein

Nach dem Tagesprogramm waren wir alle geschafft und verbrachten den restlichen Tag bei unseren Familien.

*Unsere Gastautorin berichtet regelmäßig über das Projekt Kulturkiosk, das in Kooperation mit dem Universalmuseum Joanneum in Graz seinen Auftakt hat.

Kategorie: Kunst- & Naturvermittlung
Schlagworte: Kulturkiosk | Schule


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