4. Mai 2018 / Angela Kaltenböck-Luef

… und zum Schluss noch in die Rauchstube

Kunst- & Naturvermittlung | Volkskundemuseum

Genau so soll es sein: sich im Museum wie daheim fühlen! Schön ist es anzusehen: Die Kinder der Volksschule Schönau – nicht weniger als 17 Nationen sind in ihr vertreten – gehen mittlerweile im Volkskundemuseum ein und aus, als wäre es ihr zweites Wohnzimmer … Man sieht und hört: Sie fühlen sich hier pudelwohl, kennen auch schon alle Ecken und Winkel und kommen hoffentlich auch als junge Erwachsene immer noch gerne in „ihr“ Volkskundemuseum zurück!

Unser Team würd’s freuen, denn die Kinder sind uns sehr ans Herz gewachsen … Natürlich war es bis dahin ein langer Weg: Viele, viele, viele gemeinsame Stunden wurden bei Gesprächen zwischen Pädagoginnen und Pädagogen, Vermittlerinnen und Vermittlern, gemeinsam mit den Kindern und deren Familien verbracht und dabei sind viele tolle Projekte wie z. B. die „Lebensbücher“ entstanden.

Direktorin Angela Kaltenböck-Luef berichtet über ihre langjährige Kooperation mit Anita Niegelhell und darüber, wie ihre Volksschule das Museum ganz konkret, aktuell und regelmäßig im Sachunterricht als außerschulischen Lernort nützt:

Die Kinder der Volksschule Schönau kennen das Volkskundemuseum sehr gut. Mindestens einmal pro Jahr kommen sie hierher, um ein Thema des Sachunterrichts zu bearbeiten. Die 1. Klassen beschäftigen sich mit der Frage: „Woher kommt die Wolle? Wie wird diese hergestellt?“ Die Antwort lautet natürlich: „Die Wolle kommt vom Schaf“, und der Titel des Workshops heißt „Vom Schaf zur Wolle.“ Im Volkskundemuseum filzen die Kinder und lernen alte Geräte kennen.

In der 2. Klasse geht es um das Thema „Wohnen“, spätestens zu dieser Zeit lernen die Kinder die Rauchstube kennen. In der Rauchstube wird Sterz gekocht und verkostet. Die Kinder erleben, dass Ernährungs- und Lebensgewohnheiten veränderbar sind. Die Kinder sind erstaunt, wenn sie hören, dass die ganze Familie und manchmal sogar Tiere im gleichen Raum geschlafen haben.

In der 3. Klasse geht es dann um „Schutz und Talisman“. Die Schüler/innen erfahren, woran die Menschen früher geglaubt haben. Diese Einheit wird in Beziehung zur Lebensrealität der Schüler/innen gesetzt, da an unserer Schule Kinder verschiedener Religionen unterrichtet werden.


In der 4. Klasse geht es um Peter Rosegger und um Mode. Gleichgültig um welches Thema es geht und wie spannend die Workshops auch waren – die Kinder wollen, bevor es zurück in die Schule geht, noch kurz in der Rauchstube sitzen! Die Vermittler/innen und Lehrer/innen sind immer wieder erstaunt, wie viel sich die Kinder gemerkt haben. Am Ende der 4. Klasse heißt es Abschied nehmen vom Volkskundemuseum und von der Volksschule.

Unser Ziel ist es, dass zumindest ein Teil der Kinder auch als Erwachsene Museen besuchen werden. Aus diesem Grund haben wir auch für die gesamte Schule die Joanneumskarte Schule – und das schon seit vielen Jahren. Einmal im Jahr wird ein Schultag im Museum organisiert. An diesem Tag lernen die Kinder zwei weitere Museen kennen. Durch die Joanneumskarte Schule ist es auch möglich, alle 17 Museen der Joanneums gratis zu besuchen. Es muss nur ein Beitrag für die Workshops bezahlt werden. Dieses Angebot wird von uns gerne und häufig genutzt, damit unseren Kindern Museen als außerschulische Lernorte vertraut werden.

Kategorie: Kunst- & Naturvermittlung | Volkskundemuseum
Schlagworte: Joanneumskarte | Kinder | Schule


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