Eugène Leroy, Ausstellungsansicht (Detail), Foto: UMJ/N. Lackner, 2014; Eugène Leroy, Eugène et Valentine, 1935/85, Öl auf Leinwand, 100 x 80 cm, Collection MUba Eugène Leroy, Donation Eugène-Jean et Jean-Jacques Leroy, Tourcoing

12. Juni 2014 / Christoph Pelzl

Malen müssen

Kunsthaus Graz

Die Personale über den französischen Künstler Eugène Leroy (1910–2000)

Warum wird ein Einzelgänger mit einer Personale in der Neuen Galerie Graz gewürdigt?

Der französische Künstler Eugène Leroy (1910–2000) hat sich den Kunstströmungen des 20. Jahrhunderts entzogen. Heute ist er international angesehen und seine Werke wurden bereits in Paris, London, Köln und New York ausgestellt. Er ließ sich nie einer künstlerischen Strömung zuordnen. Erst eine spätere Generation von Künstlern suchte sich ihn als Impulsgeber aus, darunter Künstler wie Arnulf Rainer und Herbert Brandl, deren Credo in den 1970er- und 1980er-Jahren „zurück zur Malerei“ lautete.

 

Autoportrait

Eugène Leroy, Autoportrait/Selbstportrait, 1970, Öl auf Leinwand, 73 x 54 cm, Collection MUba Eugène Leroy, Donation Eugène-Jean et Jean-Jacques Leroy, Tourcoing

Er war von Grund auf ein unabhängiger Künstler – weder expressionistisch noch gegenständlich. Baselitz schrieb über Leroys Malerei, sie sei „wie Acker, wie Stein, wie Holz, wie Moos, wie Geruch“.

Über die Jahre fügte er die Farbe Schicht um Schicht hinzu. In diesem langsamen Vorgang, war nicht das Bild das Ziel, sondern vielmehr der Prozess als solcher. Es sind Tageseindrücke, Lichtstimmungen und der Wechsel der Jahreszeiten, die in seine Werke einfließen. Dadurch entsteht ein Bild, in dem das Gegenständliche oft unter dem malerischen Ausdruck verschwindet.

 

 

So wie die Welt aus Atomen besteht, existiert die Welt der Malerei nur aus Farbe – Leroy wollte „einfach malen“. Heute widmet sich das Museum MUba Eugène Leroy in Tourcoing (Frankreich) – mit dem gemeinsam auch die Ausstellung in der Neuen Galerie Graz konzipiert wurde – seinem umfangreichen und individuellen Œuvre.

Auch Katharina Grosse, deren Arbeit “Wer, ich? Wen, Du?” zurzeit im Kunsthaus Graz zu sehen ist, verwendet Farbe als Material und meinte selbst, dass auch sie malen muss: Malerinnen und Maler malen einfach.

 

Ausstellungsansicht, Katharina Grosse, "Wer, ich?, Wen, Du?", Foto: UMJ/N. Lackner

Ausstellungsansicht, Katharina Grosse, “Wer, ich?, Wen, Du?”, Foto: UMJ/N. Lackner

 

Bei einem geführten Rundgang durch die beiden Ausstellungen in Form eines Themendialogs mit Christof Elpons und Andrea Fian werden die Bilder des französischen Künstlers und das Werk der deutschen Künstlerin aus kunsthistorischer und kunstschaffender Perspektive betrachtet.

Neue Galerie Graz, Joanneumsviertel, 8010 Graz
Termine: 28.06., 02.08., 27.09, jeweils um 15 Uhr
Treffpunkt: Foyer, Joanneumsviertel
Kosten: 2,50 €/Person (exkl. Eintritt)

Kategorie: Kunsthaus Graz
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