15. April 2015 / Nina Bachler

Ein Musterungszelt aus dem 17. Jahrhundert #MusealeSchätze

Landeszeughaus

Mit der Sonderausstellung Endstation Meer widmet sich das Grazer Naturkundemuseum einem der drängendsten ökologischen Probleme der Gegenwart:

Im Landeszeughaus war es seit jeher ein Anliegen, dessen Depotcharakter zu erhalten. Auch heute noch ist ein großer Teil der Waffen und Rüstungen für Besucherinnen und Besucher zu sehen. Zum Umstand des Bewahrens zählt leider auch die Tatsache, dass einige Objekte nicht ausgestellt werden können, da der Platz in den Ausstellungsbereichen dazu einfach nicht ausreicht.

Zu wenig Platz

Ein solches Schicksal ereilte die Militärzelte in der Sammlung des Landeszeughauses. Bei einer Länge von 730 cm, einer Breite von 260 cm und einer Höhe von 310 cm ist dies auch nicht weiter verwunderlich. Beschriftungen und eingenähte Zettel geben Hinweise auf die Funktion des Musterungszeltes aus schlichtem, ungefärbtem Leinen.

Daniela Assel, zuständig für die Sammlungs- und Ausstellungsregistratur sowie Bibliothek im Landeszeughaus: „Obwohl zeitgenössische Quellen keine sicheren Belege für die Verwendung als Musterungszelte liefern, gibt es Darstellungen von Musterungen, auf denen auch Zelte zu erkennen sind.“ Diese Zelte dienten Kommissär und Stab bei ihren alljährlichen Reisen durch die Landesviertel, um die Tauglichkeit der einberufenen Soldaten in eigenen Musterungsregistern zu verzeichnen und sie so vor Wind und Wetter zu schützen.

Foto: Ausstellungsansicht „Imperial Austria“, Cleveland Museum of Art, 2007; UMJ/N. Lackner

Foto: Ausstellungsansicht „Imperial Austria“, Cleveland Museum of Art, 2007; Foto:  UMJ/N. Lackner

 

Übrigens kann man die Zelte gelegentlich trotzdem bewundern: Sie sind Teil der Wanderausstellung des Landeszeughaus, die in regelmäßigen Abständen um die Welt geht. Impressionen vom Gastspiel in Trient von 2013 gibt es bei uns auf Flickr.

Kategorie: Landeszeughaus
Schlagworte: Museale Schätze | Sammlungsobjekte


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