Hands on – exklusiv durften wir manche Objekte aus der Sammlung auch angreifen und genauer unter die Lupe nehmen.

19. März 2015 / Anita Brunner-Irujo

Reise ins älteste Museum der Welt

Kunst- & Naturvermittlung

Die Bonus-Veranstaltung der Joanneumskarte im März war ein ganz besonderer Termin. Eine Kooperation der Geowissenschaftlichen Abteilung und des Grazer Keplergymnasium ermöglichte uns einen Aus- und Einblick ins Weltall.

Mit drei Stationen boten wir den Besucher/innen ein abwechslungsreiches Programm: der Keplerraum und die Kepler Sternwarte des Gymnasiums und einen kleinen Teil der Meteoritensammlung des Universalmuseums Joanneum.

Die Welt des Johannes Kepler

In der ersten Station führte Prof. Rath vom Keplergymnasium in die Welt des Johannes Kepler ein. Seit 1994 beherbergt das Gymnasium einen eigenen Keplerraum, der zum 400. Jubiläum von Johannes Kepler in Graz (1594-1600) von Schüler/innen, Lehrer/innen und Student/innen erbaut wurde.

Die Schüler/innen und Student/innen bemalten damals den Keplerraum mit einer wunderschönen alten Sternkarte und erstellten ein maßstäbliches Modell unseres Planetensystems sowie weitere Teleskop- und Sternenmodelle. Besonders interessant ist der einzigartige Ikosaeder, ein 3 Meter hoher, begehbarer und innen verspiegelter Körper aus 20 Dreiecken, in dem man das Gefühl für die Weite des Universums bekommt.

 

Prof. Rath erklärt den Weg der Sonne durch die Sternzeichen vor einer alten Sternkarte.

Prof. Rath erklärt den Weg der Sonne durch die Sternzeichen vor einer alten Sternkarte.

 

Der Raum beherbergt auch ein Modell der kosmischen Schale – Keplers Darstellung des Universums, welches er in seinem Mysterium Cosmographicum festhielt. Schlussendlich widerlegte Kepler selbst sein eigenes Konzept, indem er als Erster die elliptische Umlaufbahn von Planeten errechnete. Das Modell der kosmischen Schale wurde 1994 vom Joanneum gebaut und war ein Geschenk im Rahmen des Jubiläums.

Meteorit – kleiner Stein mit großen Auswirkungen

Als nächstes zeigte uns Dr. Moser von den Geowissenschaften exklusiv Objekte aus der Meteoritensammlung. Als ehemaliger Schüler des Gymnasiums war es auch für ihn etwas Besonderes, wieder an die Schule zurückzukommen. Dr. Moser erklärte den Unterschied von Eisen- und Steinmeteoriten, Schmelztrümmern (sogenannte Tektite, welche bei einem Meteoriteneinschlag entstehen), sowie Pseudometeoriten (die nur so aussehen als würden sie nicht von der Erde stammen). Zur Einstimmung zeigte er uns folgendes Video vom Meteoriteneinschlag in Chelyabinsk, Russland, am 15.2.2013:

 

 

Hast du gewusst, dass ein Stein nur als Meteorit bezeichnet wird, wenn er tatsächlich auf der Erde landet? Bevor extraterrestrisches Gestein in der Größenordnung von Millimetern bis einigen Metern in die Erdatmosphäre eintritt, spricht man von einem Meteoroid. Ein Meteor ist die Leuchterscheinung vom Eintritt eines Meteoroiden in die Erdatmosphäre, besser bekannt als Sternschnuppe. Wenn man hört, dass ein Meteoriteneinschlag in Nördlingen (DE) Schmelztrümmer bis nach Tschechien geschleudert hat, wird einem doch etwas mulmig. Das Stadtzentrum von Nördlingen befindet sich mitten im 20 km großen Durchmesser des Kraters, den man heute auf Google Earth sehen kann.

Anders als beim Museumsbesuch durften wir manche Objekte auch in die Hand nehmen und das Gewicht fühlen. Meteoriten unterscheiden sich neben der Zusammensetzung auch durch die Steindichte und dem damit einhergehenden geringeren Gewicht von terrestrischem Material.

 

Ein Blick ins älteste Museum der Welt

Als dritte Station konnten wir den Planeten Jupiter mit seinen Monden sowie den Orionnebel von der Kepler Sternwarte aus beobachten. Zu diesem Zeitpunkt blickten wir wortwörtlich in die Vergangenheit – ins älteste Museum der Welt – zurück bis ins 7. Jahrhundert, da das Licht vom Orionnebel 1.350 Jahre braucht, bis es uns erreicht. Gemeinsam mit Prof. Steinkellner erzählte uns Richard Teschl, ein Schüler des Keplergymasiums, von den Ringen und Monden des Jupiters und vom aktivsten Sternentstehungsgebiet südlich vom Oriongürtel.

 

Ein Blick ins älteste Museum der Welt durch das Teleskop der Kepler Sternwarte.

Ein Blick ins älteste Museum der Welt durch das Teleskop der Kepler Sternwarte.

 

Wir hatten Glück und das Wetter war sehr gnädig mit uns. Trotz einiger Wolken am letzten Abend unserer drei Termine konnten alle Besucher/innen einen Blick durchs Teleskop werfen. So blieb uns der Blick auf die Speisekarte im Schlossbergrestaurant erspart 😉

Wir vom Besucher/innenservice freuen uns immer über positive Rückmeldungen. Wenn du bei dieser Bonus-Veranstaltung dabei warst würden wir uns über deinen Kommentar freuen! Oder wenn du noch keine Joanneumskarte hast und jetzt Lust bekommen hast beim nächsten Bonus dabei zu sein, dann kannst du dir im Joanneumsviertel, im Museum im Palais oder online eine Joanneumskarte holen.

Fotos von der Veranstaltung

 

Kategorie: Kunst- & Naturvermittlung
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Ein Gedanke zu “Reise ins älteste Museum der Welt

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