Foto: Barbara Steiner

27. April 2017 / Barbara Steiner

Kongolesische Kunst in Tübingen und Graz

Kunsthaus Graz

Aus Anlass der Kooperation des Kunsthauses Graz mit der Kunsthalle Tübingen reisten Günther Holler-Schuster und ich Anfang April nach Tübingen, um die Räumlichkeiten dort zu besichtigen und mit dem Leiter der Kunsthalle, Holger Kube Ventura, die nächsten Schritte zu besprechen.

Die Kunsthalle Tübingen

Die Kunsthalle Tübingen wurde 1971 gegründet und war lange Zeit vor allem für ihre Blockbuster-Ausstellungen – wie etwa von Pablo Picasso, Paul Cézanne, Edgar Degas – bekannt. Seit einem Jahr leitet Holger Kube Ventura die Kunsthalle und hat sie programmatisch neu aufgestellt. Die Zäsur zu seinen Vorgängern lässt sich an seiner gegenwärtig laufenden Ausstellung Kapitalströmung bestens ablesen. Die Gruppenausstellung zeigt Positionen von 13 zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstlern, die sich auf unterschiedliche Weise mit Geld und Kapitalismus auseinandersetzen.

Ich selbst war erst einmal, und zwar 1996, in Tübingen, als ich mir eine Ausstellung mit Werken von Auguste Renoir angesehen hatte. Bereits damals war ich über die Lage der Kunsthalle erstaunt: Sie befindet sich in einem Neubauviertel am nördlichen Stadtrand und wider Erwarten nicht im Zentrum. Doch wird die Kunsthalle gerade dadurch zu einem selbstverständlichen Nachbarn in einem Gebiet, das von Einfamilienhäusern und überschaubaren Strukturen der Nahversorgung geprägt ist – wie Bäcker, Blumenladen, Post, Bank, Pizzeria. Die „Architektur auf Augenhöhe“ der Kunsthalle unterstützt diese Anmutung des Unpretentiösen.

Unsere Ausstellung

Die Ausstellung Pop-Art im Kongo soll gemeinsam von einem kuratorischen Team für beide Standorte konzipiert werden. Neben uns drei werden diesem voraussichtlich zwei kongolesische Künstler, eine Wissenschaftlerin aus dem Musée royal de l’Afrique centrale in Tervuren und eventuell Fiston Mwanza Mujila angehören. Günther hat dazu bereits ein Vorgespräch mit ihm geführt. Fiston war Stadtschreiber in Graz und lebt seitdem auch hier. Endgültige Entscheidungen über die Zusammensetzung des Teams werden Anfang Mai bei einem gemeinsamen Treffen in Tervuren getroffen.

Die Ausstellungsräume in Tübingen und Graz könnten unterschiedlicher nicht sein: Die Räume der eingeschossigen Kunsthalle folgen dem Prinzip des weißen Ausstellungsraumes (weiße Wände, Licht von oben) und sind terrassenförmig entsprechend der Gebäudetopografie angelegt. Unsere Ausstellungsräume im Kunsthaus Graz haben überhaupt keine Wände und sind von einer dunkelgrauen Haut umgeben. Es ist klar, dass beide Ausstellungen zwar weitgehend inhaltlich zusammen konzipiert werden können, dass aber die räumliche Umsetzung sehr unterschiedlich ausfallen muss. Doch eigentlich ist genau dies ein zusätzlicher spannender Aspekt unserer Kooperation.

Kategorie: Kunsthaus Graz
Schlagworte: Logbuch Barbara Steiner


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