Lichtputzschere, um 1760. Eisen geschmiedet, Gold tauschiert. Foto: UMJ / N. Lackner

14. Juni 2014 / Anna Fras

Blogserie: Das Einmaleins der Redewendungen, Teil 4

Museum für Geschichte

Warum kommt uns manches spanisch vor? Warum reden Politikerinnen und Politiker einen Stiefel zusammen? Warum schenken wir uns nur manchmal reinen Wein ein und müssen sehr oft den Kelch bis zur bitteren Neige austrinken? Warum hat jemand etwas auf der Pfanne, während viele einfach nur vernagelte Typen sind?

Andreas Metelko gibt die Antworten auf diese Fragen in seinen Themenführungen im Museum im Palais. Dort gibt es nämlich zahlreiche Exponate zu sehen, die den Ursprung dieser und anderer vertrauten Redewendungen erklären. Für eine kleine Serie im Museumsblog hat er sich Zeit genommen, einige Highlights zu erzählen und das Rätsel um die Herkunft so mancher vertrauten Redewendung zu lüften.

 

„Das ist mir Schnuppe!“

Diese Redewendung ist eher abwertend und bedeutet so viel wie: „Das ist mir alles egal“. Doch wofür stand das Wort „Schnuppe“ ursprünglich? Schnuppe bezeichnete das verkohlte, glühend abstehende Dochtende einer brennenden Kerze, das üblicherweise abgeschnitten wurde, damit die Kerze nicht rußt. Um sich dabei nicht zu verbrennen und um die Schnuppe nicht herunterfallen zu lassen, sondern zu „schneuzen“, verwendete man die speziell dafür bestimmte Dochtschere.

 

Von der herabfallenden glühenden „Schnuppe“, die bei den Kerzen früherer Jahrhunderte ein Brandrisiko darstellte, ist die Bezeichnung Sternschnuppe für einen am Nachthimmel aufglühenden Meteor abgeleitet.

Die abwertende Redewendung „Das ist mir Schnuppe“ entstand also, indem man etwas als wertlos und unbrauchbar – vergleichbar mit einem abgeschnittenen Dochtende – abgetan hat.

 

Zum Nachlesen
Teil 1: “Das kommt mir spanisch vor”

Teil 2: “Bis zur bitteren Neige”
Teil 3: “Mit dem goldenen Löffel im Mund aufwachsen”

Kategorie: Museum für Geschichte
Schlagworte: Blogserie Redewendungen


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