28. Mai 2014 / Anna Fras

Blogserie: Das Einmaleins der Redewendungen, Teil 2

Museum für Geschichte

Warum kommt uns manches spanisch vor? Warum reden Politikerinnen und Politiker einen Stiefel zusammen? Warum schenken wir uns nur manchmal reinen Wein ein und müssen sehr oft den Kelch bis zur bitteren Neige austrinken? Warum hat jemand etwas auf der Pfanne wo hingegen viele einfach nur vernagelte Typen sind?

Andreas Metelko gibt die Antworten auf diese Fragen immer in seinen Themenführungen im Museum im Palais. Dort gibt es nämlich zahlreiche Exponate zu sehen, die den Ursprung dieser und anderer vertrauten Redewendungen erklären. Für eine kleine Serie im Museumsblog hat er sich Zeit genommen, einige Highlights zu erzählen und das Rätsel um die Herkunft von so manch‘ vertrauter Redewendung zu lüften.

“Bis zur bitteren Neige” …

… kommt ursprünglich aus der Ess- und Trinkkultur und bezieht sich auf die Bitterstoffe in Getränken. Unter Neige versteht man im engeren Sinne entweder einen Zustand kurz vor der Leerung eines Gefäßes oder einen verbliebenen Rest, z. B. in einem Becher, Glas oder Fass. Aus der Übertragung der „Neigung“ eines Gefäßes (beispielsweise eines Fasses), um auch die letzte Flüssigkeit entnehmen zu können, wurde die Tätigkeit des Neigens auf die verbliebene Flüssigkeitsmenge übertragen. Im weiteren Sinne bezeichnet die Neige alles, was kurz vor der Leerung oder seinem Ende steht, kann sich also beispielsweise auch auf ein Zeitalter oder ein Geldbetrag beziehen. Der Ausdruck Neige bezeichnet auch den “letzten Schluck” des Getränks am Boden eines Gefäßes. Da der Rest im Falle von Wein- oder Bierfässern durch sedimentierte Feststoffe (Hefen, Weinstein etc.) meist getrübt ist und einen bitteren Geschmack hat, wird die Neige meist mit einer negativen Konnotation versehen (“Die Gottlosen trinken die Neige aus”).

Hochzeitspokal

Hochzeitspokal, um 1570, zur Hochzeit von Erzherzog Karl II. mit Maria von Bayern am 20. August 1571 in Wien. Meister “HS”: Hans Schebel, Augsburg, um 1570, Silber gegossen, emailliert, vergoldet, getrieben, ziseliert, geätzt, graviert

Pokal

Pokal mit Porträt Kaiser Leopolds I., um 1680, Glas geschliffen, graviert, geschnitten, Diamantriss

Zum Nachlesen
Teil 1: “Das kommt mir spanisch vor”

Kategorie: Museum für Geschichte
Schlagworte: Blogserie Redewendungen


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