6. September 2017 / Gertraud Zuckerstätter

Wie Planen zu Taschen werden

Gastbeiträge | Museum für Geschichte

Die Ausstellung „Die Produktion der Dinge“ fand von September 2016 bis Mai 2017 im Grazer Museum für Geschichte statt und behandelte traditionelles steirisches Handwerk anhand von 25 ausgewählten Objekten aus der kunsthistorischen Sammlung. Hassan von tag.werk hat aus gespendeten Leinwänden und Planen selbstständig ein Taschenmodell entworfen, das er in drei verschiedenen Größen umgesetzt hat: die Hassan-Tasche.

Hassan mit seiner neuen Kreation, Foto: tag.werk

 

Gertraud Zuckerstätter führte das Gespräch mit dem Jungdesigner.

Wie kam es zu der Tasche?

Hassan: Zuerst überlege ich mir den Grundschnitt, das Design folgt dann automatisch im Kopf. Ich versuche auch, praktische Lösungen ins das Design zu integrieren (z. B. Handytasche), dazu nehme ich mir auch etwa eine halbe Stunde Zeit zum Nachdenken. So entsteht das Modell Schritt für Schritt.

Hast du Vorbilder?

Hassan: Nein, eigentlich nicht. Ich speichere viele Ideen, die ich sehe und die mir gefallen und setze sie in meinem Kopf neu zusammen.

Wie stellst du dir deine berufliche Zukunft vor?

Hassan: Mein Wunschberuf ist Modedesigner. Ich möchte gerne Kleidung für Damen und Herren anfertigen. Früher hätte ich mir nie gedacht, dass ich jemals Taschen nähen möchte, aber die Arbeit im tag.werk hat mein Interesse geweckt. Mittlerweile gefällt mir die Arbeit gut und ich könnte mir auch vorstellen, nach dem tag.werk weiterhin Taschen zu designen. Ich bin mir auf jeden Fall sicher, dass ich weitermachen möchte. Das Taschendesign im tag.werk ist ein erster Schritt.

Du bist ja auch nicht ohne nähtechnische Vorkenntnisse ins tag.werk gekommen…

Hassan: Stimmt. Ich habe im Iran gelebt und war dort in einer kleinen Schneiderei als Hilfsarbeiter beschäftigt. Meine Aufgaben bestanden aber nicht nur in Änderungsarbeiten, sondern ich habe alle Arten von Kleidungsstücken vom T-Shirt über Hosen bis zum Sakko aus verschiedensten Stoffen genäht.

Seit drei Jahren bist du nun in Österreich. Wie hast du den Weg ins tag.werk gefunden?

Hassan: Zuvor war ich kurz bei Heidenspass und in der FAB Produktionsschule. Dann habe ich von Bekannten vom tag.werk gehört und habe auf täglicher Basis hier angefangen. Da ich mehr arbeiten wollte, erhielt ich die Möglichkeit, zu start2work zu wechseln.

Aus den Planen, die Teil der Ausstellungsgestaltung waren, fertigte Hassan die Taschen – jede ist ein Unikat, Foto: tag.werk

Der Beitrag erschien zuerst auf tagwerk.at, wo ihr den vollständigen Artikel lesen könnt.

Kategorie: Gastbeiträge | Museum für Geschichte
Schlagworte: Interview


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