Foto: © studio-lou.at, © Bildrecht, Wien 2020

18. August 2020 / Katia Huemer

Security Instructions

Kunsthaus Graz

„Bitte halten Sie physischen Abstand, aber nicht emotionalen“

Eine Performance von Aldo Giannotti
Mit Alexander Deutinger, Marta Navaridas und Karin Pauer

Nach der Schließung aufgrund der Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus öffnete das Kunsthaus Graz seine Türen am 1. Juli 2020 mit einer Performance von Aldo Giannotti als Teil der Ausstellung Socially Distanced, die am Katzenbaum im Kunsthaus-Foyer Arbeiten versammelte, die sich mit diesem neuen Begriffspaar in all seinen Facetten beschäftigten. Für Security Instructions instruierte Giannotti drei Performer_innen, für die Sicherheit der Besucher_innen zu sorgen.

Foto: Kunsthaus Graz/J.J. Kucek, © Bildrecht, Wien 2020

Schwarz gekleidet – im Stil der Museumsaufsichtspersonen – mischten sich Alexander Deutinger, Marta Navaridas und Karin Pauer unangekündigt unter die Menge, um einzelne Ausstellungsbesucher_innen im Erdgeschoss sowie in der laufenden Gruppenausstellung Wo Kunst geschehen kann leise Hinweise zu erteilen: Sätze wie „Bitte halten Sie physischen Abstand, aber nicht emotionalen“, „Stellen Sie sich vor, wir wären einander näher“ oder „Ich bin angewiesen Ihnen mein Lieblings-Kunstwerk in dieser Ausstellung zu zeigen“ trieben die Absurdität der vielen Regeln, mit denen wir nicht erst seit der Corona-Pandemie konfrontiert sind, auf die Spitze.

Foto: Kunsthaus Graz/J.J. Kucek, © Bildrecht, Wien 2020

In Space01, jener Ausstellungsebene, auf der gerade Bill Fontanas raumgreifende Video- und Klanginstallation Primal Energies zu erleben ist, wurden die verbalen Anweisungen zu tänzerisch ausgeführten Gesten und Bewegungen, ähnlich jenen, die uns von Flugreisen bekannt sind. Spätestens in dieser letzten, abstrakten Phase der Security Instructions offenbarten sich die Performer_innen als solche und machten ihre subversive Präsenz offenkundig.

Foto: Kunsthaus Graz/J.J. Kucek, © Bildrecht, Wien 2020

Aldo Giannotti hatte in den letzten Monaten die staatlichen Empfehlungen und deren Folgen genau beobachtet und mit kritischen Arbeiten kommentiert. Sein Virus Diary, bestehend aus ca. 80 Zeichnungen zur „aktuellen“ (und schnell überholten) Lage erscheint im Oktober 2020 im Verlag der modernen Kunst inklusive einer Edition für das Kunsthaus Graz.

Kategorie: Kunsthaus Graz
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