30. April 2016 / Marion Kirbis

Österreichisches Heavy Metal in Finnland

Landeszeughaus

Rund 100 der insgesamt 42.000 Objekte aus dem Grazer Landeszeughaus sind derzeit in der Burg Häme im finnischen Hämeenlinna zu sehen. Von 22. März bis 23. Oktober 2016 stehen in der Ausstellung Heavy Metal. Aseita ja haarniskoja. Vapen och rustningar. Arms and Armour die Themen „Schutz und Bewegung“ und der Dreißigjährige Krieg im Mittelpunkt. Es ist bereits die 16. Station des Ausstellungsprojekts Arms and Armour –  die einzigartigen Objekte aus der Steiermark waren unter anderem bereits in Aserbaidschan, Japan und in den USA zu Gast.

Nördlich von Helsinki liegt in der Stadt Hämeenlinna die mittelalterliche Burg Häme. In diesem historischen Bauwerk reihen sich seit dem 22. März rund 100 Objekte aus dem Grazer Zeughaus aneinander. In der Ausstellung Heavy Metal dreht sich hier alles um einen kritischen Punkt in der Militärgeschichte: Im 16. Jahrhundert befand sich die Entwicklung der Rüstungen auf ihrem Höhepunkt, sie verloren jedoch in den folgenden Jahrhunderten durch das Aufkommen von Feuerwaffen und veränderten Kriegstaktiken immer mehr an Bedeutung.

Foto: Universalmuseum Joanneum

Burg Häme, Foto: Universalmuseum Joanneum

Bei der 16. Station des Ausstellungsprojekts Arms and Armour handelt es sich um die erste in Nordeuropa. Erzählt wird eine Geschichte über Handwerk, Mode, Kultur und europäische Kriegsführung. Weiters thematisiert die Schau den Widerspruch zwischen Schutz und Bewegung, der jeder Rüstung eigen ist. Da die gezeigten Harnische und Waffen mit der Ausrüstung der finnischen Soldaten, die im 17. Jahrhundert während des Dreißigjährigen Krieges im Dienste des schwedischen Königs Gustav II. Adolf kämpften, vergleichbar sind, kommt hier ein interessanter Diskurs zu einem zentralen Kapitel der europäischen Geschichte in Gang.

Ausstellungsansicht in der Burg Häme, Foto: Universalmuseum Joanneum

Ausstellungsansicht in der Burg Häme, Foto: Universalmuseum Joanneum

Bei den ausgestellten Objekten handelt es sich um echte „Exportschlager“ wie den berühmten Pferdeharnisch, den Feldharnisch von Erzherzog Karl II. oder einen früheren Riefelharnisch, der vom Plattner Hans Maystetter gefertigt wurde. Bei der Eröffnung der Ausstellung freute sich Joanneums-Direktor Wolfgang Muchitsch über die gute Zusammenarbeit: „Es ist uns eine Ehre, die einzigartigen Objekte des Landeszeughauses in der geschichtsträchtigen Burg Häme präsentieren zu können, die ein perfekter Rahmen für die Ausstellung ist. Für uns ist es besonders schön zu sehen, dass Geschichte auf diese Art und Weise verständlich und interessant vermittelt werden kann.“

Kategorie: Landeszeughaus
Schlagworte: Finnland | Pferdeharnisch


Folgende Beiträge sind für dich interessant:

  • Der Pferdeharnisch #MusealeSchätze Details zum Pferdeharnisch Der im frühen 16. Jahrhundert entstandene Pferdeharnisch aus der Werkstatt des Innsbrucker Plattners Konrad Seusenhofer zählt heute vor allem deshalb zu den Prunkstücken der Sammlung, da er neben einzelnen Rossstirnen der einzig vollständige Pferdeharnisch im […]
  • Mehr als 170 Objekte des Universalmuseums Joanneum in Trento Castel Beseno und Castello del Buonconsiglio Auf Castel Beseno, das in musealer Hinsicht ganz neu gestaltet wurde, geht es um Schlachten, Belagerungen, Waffen und militärische Strategien. Der Teil der Ausstellung im Castello del Buonconsiglio, in dem sich seit 1973 […]
  • Schweizer Garde profitiert von Zeughaus-Restaurator Direkt neben dem schönen Gastgarten des Landhauskellers geht es in die Restaurierwerkstatt des Landeszeughauses. Ein paar Stufen führen in das handwerkliche Herzstück des geschichtsträchtigen Hauses und wie könnte es anders sein, es taucht gleich eine Rüstung hinter Maschinen und […]
  • Das war der Weltfriedenstag 2015 Bei fast jeder Station hätte man in der Gruppe eine Stecknadel fallen hören, wenn die Vortragenden redeten. Die Betroffenheit der Schülerinnen und Schüler war spürbar, beeindruckend war aber auch das aktive Mitdenken und Mitreden. Manchmal wurde auch gelacht, vielleicht blieb aber auch […]
  • Landeszeughaus zählt zu den „50 Museums to Blow Your Mind“! Im Jahr 1973 hat „Lonely Planet“ seinen ersten Reiseführer auf den Markt gebracht. Seither ist es dem australischen Verlag mit rund 650 Titeln und einer Gesamtauflage von etwa 55 Millionen Exemplaren gelungen, einen festen Platz in den Bücherregalen und Koffern von Reisenden auf der […]
  • Eindrücke aus der Restaurierungswerkstatt des Landeszeughauses Für viele Schüler/innen und Studierende können Praktika mit Kaffeekochen oder Büroklammern-Sortierten ausgefüllt sein, jedoch nicht für Lisa Aistleitner. Drei Wochen lang konnte sie Thomas Köhler in der Restaurierungswerkstatt im Landeszeughaus zur Hand gehen. Dank ihren Lehrern und […]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Benutzen Sie diese HTML Tags und Attribute:

<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>