Suchbild: Anita Brunner-Irujo im Alltag hinter Bildschirmen

10. Januar 2019 / Julia Aichholzer

Nachthemd oder Pyjama, Anita Brunner-Irujo?

Joanneum Digital | Museumsalltag

Anita Brunner-Irujo ist Fachbereichsleiterin für Digitale Medien und damit verantwortlich für einen Großteil des digitalen Bereichs im Referat Marketing & Kommunikation der Abteilung Außenbeziehungen. In ihr Aufgabengebiet fallen unter anderem die Betreuung der Webseite, der Social-Media-Kanäle, des Blogs, des Intranets und von Teilen des CRM sowie die konzeptionelle Entwicklung weiterer digitaler Projekte. Sie arbeitet nicht nur eng mit der Abteilung IT & Kommunikation zusammen, um die nötige Infrastruktur zu schaffen, sondern auch mit allen anderen Abteilungen, um digitale Maßnahmen gemeinsam entwickeln zu können.

Du leitest den Fachbereich Digitale Medien in der Abteilung Außenbeziehungen. Wie hat es dich von deinem Kunstgeschichte-Studium in die digitale Welt verschlagen?
Ich habe die HAK gemacht und danach im Bereich Webdesign und Grafik gearbeitet. Mit 23 habe ich dann einen Rappel gekriegt, weil ich eigentlich immer ins Ausland wollte. Da habe ich beschlossen, meinen Job hinzuschmeißen und ein Studium zu beginnen. Meine Entscheidung fiel auf Kunstgeschichte, weil ich etwas machen wollte, das mir Spaß macht. Ich habe mir gedacht, die nächste Gelegenheit dazu habe ich erst in der Pension, also mache ich es lieber jetzt. Ich habe damals meine Masterarbeit (‚Marketing the Telfair Museum of Art‘) in Savannah, Georgia, während eines Internships dort geschrieben, mit dem Ziel, im Bereich Marketing in einem Museum zu arbeiten. In weiterer Folge habe ich mich in Richtung Online-Marketing weitergebildet und bin hier gelandet. So gesehen habe ich meinen Traumjob gefunden!

Social Media ist ein weites Feld, bei Facebook, YouTube, Instagram und Co verliert man schon mal den Überblick. Welche Plattform ist für dich die spannendste und warum?
Ich persönlich bin nur auf Facebook vertreten. Wobei ich die Wichtigkeit gerade von Instagram für den musealen Bereich verstehe, weil sich die Plattform wunderbar eignet, um Objekte und Künstler zu kommunizieren. Ich finde allerdings YouTube am interessantesten, da Prognosen voraussagen, dass wir in naher Zukunft über 80 % unserer Informationen in Form von Videos konsumieren werden. Das ist ein Format, mit dem wir noch nicht so intensiv arbeiten, das aber definitiv einen großen Einfluss auf die Art und Weise haben wird, wie wir in Zukunft kommunizieren.

Nach einem Bürotag voll von Social Media, Websites und Online-Marketing, Hand aufs Herz: Würdest du zu Hause manchmal am liebsten alle Stromleitungen kappen?
Ja, absolut! Ich war gerade drei Wochen in Frankreich auf Urlaub und habe es so richtig genossen, das Handy zwischenzeitlich einfach liegen zu lassen und vor allem nicht so viel auf Facebook zu sein, was ich beruflich permanent sein muss. Ich genieße es auch, am Abend Sport zu betreiben oder etwas mit meinem Mann zu unternehmen. Kochen ist zum Beispiel eine Leidenschaft von mir, aber das geht ja nicht ohne Strom. Dann vielleicht mit einem Griller? Ansonsten würde ich mich ganz gemütlich bei Kerzenschein zu meinem Mann kuscheln und einen romantischen Abend bei einer Flasche Wein verbringen.

Was ist dein wichtigstes und liebstes Büro-Gadget im Alltag?
Mein Laptop, ich nehme ihn auch aktiv in Besprechungen mit und stelle ihn immer zum Protokollieren zur Verfügung. Ich arbeite auch sehr viel in der Cloud, da sie es mir ermöglicht, auf Daten zuzugreifen, egal wo ich bin. Das finde ich schon eine ziemlich coole technologische Erfindung.

Und welcher Gegenstand darf privat auf keinen Fall fehlen?
Mein Ehering! (lacht) Aber ich glaube schon, dass ich so bisschen ein Handy-Nerd bin. Während meines zweiten Studiums Content-Strategie, in dem es um die strategische Entwicklung von digitaler Kommunikation geht, habe ich es sehr genossen, mir einfach flexibel Informationen und Inhalte holen zu können.

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Du hast einige Zeit deines Lebens nicht nur in Erzherzog Johanns lieber Steiermark verbracht, sondern auch den Sprung über den Atlantik gewagt. Was war das einprägsamste Erlebnis in deiner Zeit in den USA?
Definitiv einprägsam war für mich, dass wir, das Sozialsystem betreffend, in Österreich schon im Schlaraffenland leben. Ich habe dort zum Beispiel zwei Jahre lang gearbeitet, um zwei Wochen Urlaub nehmen zu können. Es gab auch keinen Urlaub, nur Zeitausgleich, der auch bei Krankheit zum Tragen kam. Was mich allerdings sehr überrascht hat, war der umgekehrte Kulturschock beim Zurückkommen nach Österreich: Nach sechs Jahren in Amerika habe ich wieder eine Eingewöhnungsphase gebraucht!
Die Amerikaner haben zum Beispiel viele Höflichkeitsfloskeln, Diplomatie ist da sehr wichtig – ‚beat around the bush‘ heißt das im Englischen. Man bekommt auch ganz leicht Komplimente, bei uns würde man sich gleich sexuell belästigt fühlen. (lacht) Aber es gibt eine grundlegende Offenheit und Freundlichkeit anderen Menschen gegenüber, was auch damit zu tun haben könnte, dass es einen sehr hohen Immigrantenanteil gibt. Ich habe es sehr geschätzt, mit Menschen aus allen Teilen der Welt zusammenzuarbeiten.

Kochen ist ja eine Leidenschaft von dir, aber welche Fast-Food-Kette hat sich in den USA in dein Herz frittiert?
Fast Food ist grundsätzlich nicht meines, aber ich bin sehr gern zu Chipotle gegangen. Subway habe ich auch oft frequentiert, wobei ich dort in Österreich nicht mehr essen gehe.

Los Angeles oder New York? New York. Ich habe beide Städte kennengelernt, New York ist europäisch, Los Angeles ist mir einfach zu groß und ich brauche Jahreszeiten.

Wiener Schnitzel oder Cheeseburger? Wiener Schnitzel.

E-Reader oder Bücherregal? Mittlerweile E-Reader, früher Bücherregal.

Städtetrip oder Wanderurlaub? Eine Kombination von beiden wäre das Beste.

Nachthemd oder Pyjama? Nachthemd. Ich habe ein sehr schönes 50er-Jahre-Vintage-Nachthemd aus New York.

Im Büro des Fachbereichs Digitale Medien

Fotos: Julia Aichholzer

Kategorie: Joanneum Digital | Museumsalltag
Schlagworte: Arbeiten im Museum


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