17. Januar 2019 / Julia Aichholzer

Ein Tag mit …Andreas Graf

Joanneum Digital | Museumseinblicke

In der technischen Notfallambulanz: IT-Mitarbeiter Andreas Graf auf der Spur.

Abteilung Interne Dienste, Referat IT & Kommunikation

Kaffeemaschinengeratter und Tastaturklappern, konzentrierte Gesichter hinter einer Vielzahl an Bildschirmen – Montagmorgen im Büro der IT in der Mariahilferstraße. Acht Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sind sie derzeit, in zwei Büros. Andreas Graf hat gleich Zeit für mich, zuerst noch eine Mail fertigschreiben, gerade ist er von einem IT-Notfalltermin zurückgekehrt. Ein Blick auf den akribisch geführten Outlook-Kalender lässt vermuten, dass dem ersten Morgentermin heute noch einige weitere folgen werden. „Ich liebe To-do-Listen!“, lacht der junge Mann mit dem Kaffeehäferl in der Hand. Bald könnte man ihn als Urgestein am Universalmuseum Joanneum bezeichnen, ist er doch schon seit 14 Jahren am Haus und seit Kurzem auch im Betriebsrat. „Im Kalender steht alles drin, sogar Minieinträge und private Termine. Das hat sich bewährt über die Jahre“, erzählt er und checkt dabei die anstehenden To-dos. „Rechner müssen heute noch getauscht werden, wegen neuer Vorgaben des Landes, runter zum Rechner der BIX-Fassade im Kunsthaus muss ich auch schauen, alte Projekte noch einmal spielen, damit sie fotografiert werden können.“

Gesteuert wird die BIX-Fassade vom Keller des Kunsthauses aus.

Mehr als nur ein IT-Job

Zur Betreuung der BIX-Fassade und dem Abarbeiten der wöchentlichen To-do-Listen kommt noch die „Laufkundschaft“: „Es kommen ständig Anrufe, Mails und Troubletickets. Wir teilen uns die dann im Team auf, es gibt ein ungefähres Konzept, wer für was zuständig ist.“ Dazu gehört auch mal die Rufbereitschaft am Wochenende – Ausstellungsmonitore warten nicht unbedingt auf Montag, um Probleme zu machen. Gerade die Vielseitigkeit des Jobs macht ihn für Andreas so interessant: „Wir sind ja für alles zuständig – Drucker, Medientechnik, BIX-Fassade – das ist hier kein stupider IT-Job. So etwas gibt’s normalerweise nicht in diesem Bereich. Normalerweise hat jeder seine Sparte, sitzt dann ständig da an seinem Platz und macht nur seine eigene Materie.“

Dass er einmal im IT-Bereich tätig sein wird, war nicht von Anfang an klar. Zuerst war da ein großes anderes Feld: Fußball. Bis ins Sport-BORG hat ihn die Leidenschaft fürs kleine Runde geführt, die Karriere sollte dann dennoch eine andere Wendung nehmen. Als mit siebzehn die Schulbank nicht mehr so interessant erschien, musste stattdessen eine Lehrstelle her – EDV schien am besten zu passen. Nach der Lehrzeit und Stationen in verschiedenen Bereichen kam er zu einem Unternehmen für Projektmanagement und letztendlich ins Joanneum. „Hier will ich bleiben“, grinst der EDV-Techniker. Das Fußballspielen kommt dennoch nicht zu kurz. Mehrere Male in der Woche wird heute noch gekickt, zwischendurch auch einmal Volleyball gespielt oder auf den Berg gegangen. „Das ist für mich ein schöner Ausgleich zur Arbeit im Büro“, erklärt er. Interessant ist für ihn auch die Entwicklung seines Fachbereichs: Die Tendenz, die IT immer mehr auch im Ausstellungsbereich einzusetzen, wird immer stärker. Während ein Beamer vor einigen Jahren noch etwas Besonderes war, ist es heute bereits normal, solche Geräte in Ausstellungen einzusetzen. Auch Ausstellungen der Multimedialen Sammlungen etwa brauchen einiges an technischer Vorbereitung.

Fischen mit Sohn Elias

Vom Fischen und Reisen

Während die Kaffeemaschine weiter dampft und rattert, fallen Fotos ins Auge: vom Fischen, vom Urlaub, von einem kleinen Buben mit großem Grinsen. „Das ist Elias, mein Sohn. Wir gehen oft zusammen fischen oder kicken.“ Das sei auch ein schöner Aspekt an der Arbeit hier, die Möglichkeit, sich die Zeit so einzuteilen, dass der Kleine auch nicht zu kurz kommt. Hin und wieder geht sich auch eine große Reise aus, Kolumbien zum Beispiel. „Das Leben unter Palmen vergisst man nicht so schnell“, lacht Andreas, als er von den abenteuerlichen Rucksack-Reisen gemeinsam mit Freundin Nici erzählt. „Man lernt das Land näher kennen, wenn man sich mit den Einheimischen zusammentut – auf der Insel Múcura, in Kolumbien, war das Wohnen im Dorf besonders schön.“

Quer durch Kolumbien

Von den Alpen bis nach Kolumbien in Begleitung von Freundin Nici

Von den Alpen bis nach Kolumbien in Begleitung von Freundin Nici
Urlaubserinnerungen neben Familienfotos und der Quelle des schwarzen Golds

 

Fotos: Julia Aichholzer/Andreas Graf

Kategorie: Joanneum Digital | Museumseinblicke
Schlagworte: Arbeiten im Museum


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