Kunsthaus Graz, Außenansicht, © Christian Plach

28. Juli 2020 / Elisabeth Schlögl

Was ist die BIX: BIX und Zukünftiges

Kunsthaus Graz

BIX ist eine Wortkreation von realities:united (Urheber der Medienfassade) und setzt sich aus den Worten BIG und PIXEL zusammen. Die Licht- und Medienfassade des Kunsthauses ist Gegenstand der folgenden Blogserie. Thematisiert werden vergangene und zukünftige Projekte und der Anspruch mit der BIX Grundlagenforschung zu betreiben. Die Kuratorinnen des Kunsthauses diskutieren darüber, was die BIX auszeichnet und was sie von anderen Licht- und Medienfassaden unterscheidet.

Elisabeth Schlögl: Ich blieb mit Onur Sönmez in Kontakt und habe ihn eingeladen, ein Projekt für die BIX zu machen. Onur Sönmez ist Medienkünstler und -designer und hat Medienfassaden-Projekte in Linz (Ars Electronica Center), Istanbul (Zorlu PSM Istanbul) oder in Barcelona (Torre Glòries building) realisiert. Seine erste Idee ist es, den Strom für die BIX mittels Sonnenenergie zu erzeugen. Das hätte zur Folge, dass die BIX nur dann leuchtet, wenn genug Strom produziert wurde. Diese Idee streift Themen wie Klimawandel und Lichtverschmutzung, aber auch die Selbstverständlichkeit von Licht in der Stadt. Mir gefällt die Idee. Tatsächlich ist es so, dass mein Kollege Andreas Graf, der die BIX technisch betreut, Anrufe erhält, wenn sie mal nicht an ist. Das heißt, es gibt die Erwartung, dass auf der Fassade etwas läuft. Wenn ich abends auf dem Schlossberg bin und auf die Stadt schaue, ist das Kunsthaus mit der leuchtenden BIX der Eyecatcher – ok, ich bin nicht ganz unvoreingenommen … Ist es den Menschen wirklich egal, was auf der Kunsthausfassade zu sehen ist? Was wäre, wenn wir ein halbes Jahr lang Zeitslots verkaufen würden, in denen die Menschen bestimmen könnten, was zu sehen ist? Mit den Einnahmen würden wir für die zweite Jahreshälfte neue BIX-Projekte finanzieren. Es wäre ein waghalsiges Projekt und trotzdem reizt es mich.

Onur Sönmez, Foto: Ines Handler

Barbara Steiner: Ich finde den Vorschlag von Onur Sönmez hervorragend, dass die BIX nur dann leuchtet, wenn genug Strom produziert wird, genau wegen der von dir erwähnten Selbstverständlichkeit, nicht nur von Licht in der Stadt, sondern auch der BIX selbst. Sie ist ein wenig wie ein Verwandter, mit dem man sich nie wirklich unterhalten hat, der aber fehlt, wenn er plötzlich nicht mehr zu den Familientreffen kommt. Da die BIX ja inzwischen saniert werden muss, und das ziemlich teuer wird, kann es gut sein, dass sie einmal von heute auf morgen dunkel bleibt. Deshalb gefällt mir auch deine Idee mit den Zeitslots. Vielleicht müssen wir sogar bald darauf zurückgreifen. Und wir könnten kommerzielle von künstlerischen Projekten zeitlich klar trennen. Reizvoll erscheint mir, dass kommerzielle Botschaften niemals wirklich überzeugend funktionieren werden – wegen der Einschränkungen, die realities:united eingebaut haben.

Kategorie: Kunsthaus Graz
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