Grabungscamp 2016 in Großklein, Foto: UMJ

25. August 2016 / Marko Mele

Vermessen, Graben und Entdecken – ein archäologischer Erfahrungsbericht aus Großklein

Archäologie und Münzkabinett | Forschung

Das Team der Abteilung Archäologie & Münzkabinett am Joanneum veranstaltete von 8. bis 12. August 2016 zum vierten Mal ein internationales Grabungscamp, bei dem Studierende aus Deutschland, Slowenien, Kroatien und Österreich teilnehmen konnten. Die Teilnehmer/innen hinterließen dem Grabungsleiter Marko Mele folgende Nachricht:

Lieber Marko,

wir, deine Archäologen, grüßen dich! Jetzt, am Ende des diesjährigen Grabungscamps, ist es Zeit, dir zu berichten, wie es uns ergangen ist.

Die Vermessungsarbeiten hier und am Königsberg bei Heimschuh konnten wir gleich am ersten Tag erledigen, doch hinsichtlich der Grabungsarbeiten gab der Burgstallkogel seine Geheimnisse nur zögerlich preis: das Abtragen einer massiven Schwemmschicht unter dem Humus am fast tropisch heißen Dienstag im Weingarten in Südlage forderte uns einiges ab! Die Motivation ist uns aber bis zuletzt geblieben, wozu vor allem die hervorragende Verpflegung im Buschenschank Kraus-Ledinegg beigetragen hat.

Der verregnete Mittwoch bot uns mit dem Besuch der Tutanchamun-Ausstellung in Graz Gelegenheit zur Weiterbildung und zu einer kleinen Verschnaufpause. Donnerstagfrüh spornte uns die Kurzvisite in Slowenien zu weiteren Höchstleistungen an: ein am Murufer gleich hinter dem Grenzübergang entdeckter Einbaum, vermutlich der zweitälteste Europas, ließ uns hoffen, auch am Burgstallkogel neue Sensationen freilegen zu können.

Und tatsächlich brachte am vierten Tag einer unserer Schnitte einen ergötzlichen Graben hervor, während der andere auf einen neuzeitlichen Familienstreit mit viel Geschirreinsatz schließen lassen könnte. Einigen Wanderern gaben wir zufriedenstellend Auskunft über die Umgebung und unsere Arbeit, und auch die lokale Bevölkerung ließ sich zu dem einen oder anderen Gespräch mit uns hinreißen. Abends betrieben wir ausgiebige Vorbereitungsarbeiten für den letzten Tag und stärkten uns beim „Schratln“ in Heimschuh mit Schilcher und einem Teil des 50-Meter-Strudels.

Heute, Freitag, haben wir die Grabungsarbeiten in beiden Schnitten mit Vermessungs- und Dokumentationsarbeiten abgeschlossen, ehe uns beim Mittagessen Wolfgang Muchitsch, der Direktor des Universalmuseums Joanneum, Gesellschaft leistete.

Zwei Slowenen, einem Deutschen und vier Österreichern steht nun der Abschied bevor, doch nicht ohne bereits Facebook-Freundschaft geschlossen und somit Hoffnung auf ein Wiedersehen zu haben. Wir gehen mit vielen nachhaltigen Eindrücken, lehrsamen Erfahrungen und auch Erinnerungen an eine spannende Sommerwoche mit viel Spaß auseinander – und sehen uns vielleicht im nächsten Jahr an selber Stelle wieder.

Mit unseren Ergebnissen bist du hoffentlich genauso zufrieden, wie wir es mit dem Camp waren; wenn nicht, weißt du ja, wo du uns findest!

Bis bald und Grüße aus Großklein!
Anna, Luka, Dennis, Karl, Manuel, Sebastian, Regina

Kategorie: Archäologie und Münzkabinett | Forschung
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