© Universalmuseum Joanneum/M. Grabner

22. Oktober 2019 / Katrin Bucher Trantow

Es ist Geschichte: Connected. Peter Kogler with … George Antheil with Friedrich Kiesler with Hedy Lamarr with Fernand Léger with museum in progress with Otto Neurath with Charlotte Perriand with Franz Pomassl with Winfried Ritsch with Franz West …

Kunsthaus Graz

Nach fast genau vier Monaten ging am Wochenende die erfolgreiche Ausstellung Connected. Peter Kogler with … mit einem vielfältigen Vermittlungsprogramm zu Ende. Insgesamt über 30.000 Besucher/innen wollten das zwischen Zeit und Raum vernetzende Projekt sehen!

Mit ein Grund für den großen Erfolg ist sicherlich, dass in der Ausstellung – in der sich Gegenwart und Vergangenheit, aber auch Autorschaften und Bildebenen zu einer visionären Gesamtkomposition verbanden – brandaktuelle Themen wie Multidimensionalität und vernetztes Denken sichtbar wurden. Das Kunsthaus, das in der Ausstellung zum erlebbaren Medium wurde, zeigte sich als individuelles Wahrnehmungsinstrument: Nicht wenige erlebten etwa die eigene Bewegung durch den Raum in Koglers Medieninstallationen gespiegelt und das audiovisuelle Netz, das sich in den Räumen auftat, als Visualisierung des eigenen Denkens. Über die Dauer der Ausstellung gab es entlang dieser Themen ein breites Vermittlungsangebot: Von Führungen für Pädagoginnen und Pädagogen, Schul- und Kindergartengruppen sowie Studierende über Formate zur Bildbetrachtung, Vernetzungsworkshops oder eine Druckwerkstatt wurde ein breites Publikum in die Ausstellung eingebunden.

© Universalmuseum Joanneum/Kunstvermittlung

Am 18.10. wurde das letzte Wochenende der Schau mit einem dreiteiligen Finissage-Abend eröffnet: Am Instrumentarium des Ballet mécanique wurden eigens komponierte Minutenkonzerte und experimentelle Klangkompositionen vom Erbauer des robotischen Ensembles Winfried Ritsch und Studierenden der Kunstuniversität Graz aufgeführt. Danach folgte ein Gespräch zwischen dem Psychoanalytiker und Mitherausgeber der Zeitschrift „texte – psychoanalyse. ästhetik. kulturkritik“ August Ruhs, dem Künstler Peter Kogler und der Kuratorin Katrin Bucher Trantow, die den reflexiven Einfluss des Medienzeitalters auf Koglers Schaffen über die Jahre analysierten. Koglers sich rhythmisch wiederholende Bildwelten beschrieb Ruhs etwa als eine Form der Selbstbestätigung des Publikums, wenngleich sie auch den seit der Moderne anhaltenden Dialog zwischen Mensch und Maschine, das Unheimliche und die Angst vor den eigenen Prothesen in sich tragen.

© Universalmuseum Joanneum/M. Grabner

Anschließend ging es auf den Schlossberg zum Live Act mit Album Release Party von Seismik Krew aka Franz Pomassl und den DJs HEAP & BOCKSRUCKER [Neubau]. Sounds aus Fossilienerkundungen und seismischen Datenerfassungen wurden zu einer Live-AV-Spectrum-3-D-Concert-Performance umgewandelt. Eine Erfahrung, die mit dem ganzen Körper gemacht wurde: In der idealen Location der in den Fels geschlagenen Gewölbe der Uhrturmkasematte widerhallte das Mineralische unübertrefflich bizarr in Auge, Bauch, Ohr und Berg.

© Universalmuseum Joanneum/M. Grabner

Am Samstag und Sonntag führte Peter Kogler gemeinsam mit mir noch einmal letzte Besucher/innen spontan und persönlich durch die Ausstellung, während das engagierte Vermittlungsteam neben Ausstellungsführungen ein gut besuchtes „Open House“ für alle von 4 bis 99 Jahren anbot: In der Needle war gemeinsam mit dem Kunstverein ROTER KEIL eine herrlich benutzbare Siebdruckwerkstatt eingerichtet und im Erdgeschoss ließen sich gemeinsam mit dem Team von Radio Helsinki Sounds in der Radioproduktion erfahren.

Ein reichhaltiges Projekt, das viele Menschen zusammenbrachte, geht damit zu Ende.

Allen Beteiligten, Unterstützerinnen und Unterstützern sowie den zahlreichen Interessierten aus nah und fern sei hiermit nochmals herzlich gedankt! Last but not least: Vielen Dank auch dir, lieber Peter Kogler!

Katrin Bucher Trantow

Kategorie: Kunsthaus Graz
Schlagworte: Peter Kogler


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