4. Mai 2016 / Marion Kirbis

Eine Chance für den Wolf

Jagd und Landwirtschaft

Rund um Österreich konnte sich die gefährdete Wolfspopulation dank Schutzbestimmungen wieder stabilisieren, hierzulande sorgt der „alte Europäer“ aber immer noch bei vielen Menschen für Misstrauen und Angst. Damit der Wolf in Zukunft eine Chance in Österreich hat, setzt sich der Naturschutzbund mit einer neuen Resolution für Vorsorge, Ausgleich und Kommunikation ein.

Im Rahmen des diesjährigen Tierschwerpunktes im Universalmuseum Joanneum hielt der Wolf Einzug in das Jagdmuseum Schloss Stainz. Aber nicht nur wir machen ihn zum Thema, auch andere setzen sich dafür ein, mehr Verständnis für das oft missverstandene Tier zu schaffen. Der Naturschutzbund engagiert sich seit 1913 für die Erhaltung der Natur und ihrer Vielfalt. Mit der Resolution „Eine Chance für den Wolf“ will der gemeinnützige Verein den Ängsten, Konflikten und Vorurteilen begegnen, die mit dem Wiederauftreten des Wolfes in Österreich einhergehen. Dazu wurden die wichtigsten Informationen über Wölfe gesammelt und Maßnahmen für ein funktionierendes Zusammenleben von Mensch und Wolf zusammengefasst.

Informieren, Ängste abbauen und in Dialog treten

Vor rund 200 Jahren waren Wölfe fast in ganz Österreich heimisch. Während des 19. Jahrhunderts verschwanden die letzten von ihnen wegen der intensiven Verfolgung durch Menschen. Im 20. Jahrhundert haben nur mehr vereinzelt Wölfe aus benachbarten Ländern das österreichische Staatsgebiet erreicht. Erst durch Schutzbestimmungen und die Zunahme von Rotwild- und Rehbeständen konnte sich die Population im Umfeld des Landes erholen. Laut der Resolution war es „daher nur eine Frage der Zeit, wann Wölfe selbstständig in unser Land zurückkehren.“

Bildcredit: Der Wolf - ein Jäger kehrt in seine angestammte Heimat zurück. Bildautor: Robert Hofrichter.

Bildcredit: Der Wolf – ein Jäger kehrt in seine angestammte Heimat zurück. Bildautor: Robert Hofrichter.

Außerdem informiert der Naturschutzbund im Rahmen seiner Initiative über die Rolle, die der Wolf in unserem Ökosystem spielen würde, und klärt über seinen Schutzstatus auf. Die Fachleute betonen im künftigen Umgang mit dem Tier drei Punkte: Vorsorge, Ausgleich und Kommunikation. Durch Präventionsmaßnahmen könnten Schäden an Weidetieren weitestgehend verhindert oder zumindest gemildert werden. Damit dies möglich ist, setzt sich der Naturschutzbund für finanzielle Beihilfen für Präventivmaßnahmen ein. Der letzte Punkt beinhaltet umfassende, zielgruppenspezifische Informationen über den Wolf und den intensiven Dialog mit der Jägerschaft über mögliche Auswirkungen des Wolfs auf die jagdliche Nutzung.

Die Ausstellung Der Wolf läuft noch bis 31.10.2017 im Jagdmuseum Schloss Stainz.

Kategorie: Jagd und Landwirtschaft
Schlagworte: Jagdmuseum | Tiere im Museum


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