9. März 2016 / Marion Kirbis

„Das kulturelle Gedächtnis darf nicht verloren gehen!“

Konservieren & Restaurieren

Der „Tag der Restaurierung“ eröffnet die deutschsprachige Vortragssaison für Restauratorinnen und Restauratoren mit den Themenschwerpunkten „Archäologie“ und „Kopien bzw. Fälschungen“. Die Veranstaltung bringt zum sechsten Mal Fachleute und interessiertes Publikum bei Vorträgen und Diskussionen im Kunsthaus Graz zusammen.

In Kooperation mit dem International Institute for Conservation of Historic and Artistic Works, kurz IIC Austria, geht der „Tag der Restaurierung“ am 14.03.2016 im Kunsthaus Graz über die Bühne. Mit einem breit gefächerten und niederschwellig konzipierten Programm will man möglichst viele Leute für die Möglichkeiten der Konservierung und Restaurierung begeistern. Die Vortragenden berichten über aktuelle Fallbeispiele und geben damit über Fachgrenzen hinweg Gelegenheit zum angeregten Austausch.

 

Mag. art. Barbara Molnár-Lang (Referat Restaurierung, Universalmuseum Joanneum) bei der Freilegung einer gotischen Relieftafel aus dem Landesmuseum für Kärnten, Klagenfurt / Museum Joanneum

Mag. art. Barbara Molnár-Lang (Referat Restaurierung, Universalmuseum Joanneum) bei der Freilegung einer gotischen Relieftafel aus dem Landesmuseum für Kärnten, Klagenfurt / Museum Joanneum

 

„Nicht nur Fachleute haben einen Zugang zu diesen Themen. Viele Menschen sind auch in ihrem privaten Umfeld daran interessiert, Objekte bestmöglich zu erhalten – und sei es ein altes Möbel oder ein Gemälde aus Familienbesitz“, meint Paul-Bernhard Eipper, der das Referat Restaurierung im Universalmuseum Joanneum leitet und Präsident des IIC Austria ist. Die Schwerpunkte beim „Tag der Restaurierung“ liegen dieses Jahr auf den Themen „Archäologie“ und „Kopien bzw. Fälschungen“. Unterschiedliche Spezialisierungen der Vortragenden sorgen für ein inhaltlich breitgefächertes Programm und versprechen spannende Diskussionen, die selbst für erfahrene Restauratorinnen und Restauratoren lehrreich sind.

Informationstauschbörse

„Der ,Tag der Restaurierung‘  ist eine gute Gelegenheit, die eigene Praxis zu reflektieren und neueste Erkenntnisse kennenzulernen.  Besonders bei der Arbeit mit Museumssammlungen ist regelmäßige Fortbildung unerlässlich, denn im Zustand unserer Objekte manifestiert sich nicht zuletzt unsere Glaubwürdigkeit als Institution“,  erklärt Eipper.

Neben Restauratorinnen und Restauratoren des Universalmuseums Joanneum treffen sich beim „Tag der Restaurierung“ auch Mitglieder des IIC Austria und zahlreiche Fachleute anderer Museen und Disziplinen. Graz wird dabei zu einer wesentlichen „Umschlagsbörse“ für Konservierung und Restaurierung. Der dabei geförderte Austausch ist wichtiger denn je: „Viele Fragestellungen beim Umgang mit Kunst- und Kulturgut sind für Einzelkämpfer/innen nicht mehr lösbar. Man muss sich vernetzen“, ist sich Eipper sicher.

Eine wichtige Aufgabe

Nicht nur Profis, sondern auch die Besucher/innen anzusprechen, ist ein weiteres Ziel der Veranstaltung. Der Einblick in die konservatorisch-restauratorische Praxis ist für viele Menschen faszinierend, was nicht zuletzt mit dem außergewöhnlichen Arbeitsumfeld zu tun hat: „Die Arbeit mit Kunstwerken – mit schönen Dingen – ist ein großes Privileg, die uns Restauratoren mit Freude und Elan erfüllt. Diese Begeisterung geben wir gerne weiter“, sagt Eipper, der aber auch für die damit verbundene Verantwortung sensibilisieren will: „Das kulturelle Gedächtnis, das in den uns anvertrauten Objekten gespeichert ist, darf nicht verlorengehen!“

Info

Ort: Kunsthaus Graz, Lendkai 1, 8020 Graz

Teilnahmegebühr: 20 € (Kassa geöffnet ab 08:45 Uhr)

Information: Laura Schick +43 (664) 8017 9701

Anmeldung: laura.schick@museum-joanneum.at

Kategorie: Konservieren & Restaurieren
Schlagworte: Paul-Bernhard Eipper | Tag der Restaurierung


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