11. September 2015 / Hofrat Dr. Wolfgang Muchitsch

Das Joanneum hat viele Gesichter

Kulturpolitik

Heute wurde es offiziell verkündet: Unser langjähriger Intendant, Peter Pakesch, verlässt mit Ende September das Joanneum. Mit seinem Abgang wird sich auch die Führungsstruktur ändern: Zukünftig wird der bisherige wissenschaftliche Geschäftsführer Wolfgang Muchitsch das zweitgrößte Museum Österreichs alleine führen. Die Herausforderung für die Zukunft wird es nun sein, Strategien zu entwickeln, die es dem Joanneum und allen seinen Abteilungen ermöglichen, den hohen Standard und die große Bandbreite im Ausstellungs-, Forschungs- und Sammlungsbereich aufrechtzuerhalten. Wie Muchitsch seine Rolle anlegen möchte, verrät er hier im Museumsblog.

Ich habe es heute und auch in den letzten Tagen schon mehrmals erwähnt, möchte es aber auch hier im Blog festhalten: Ich bedauere es, dass ich mit Ende September meinen Partner in der Geschäftsführung verliere. Wir haben gemeinsam das Joanneum zum größten Universalmuseum Mitteleuropas gemacht [Die Erfolge präsentieren Peter Pakesch und Wolfgang Muchitsch Ende des Monats in einer Abschluss-Pressekonferenz; Anm. d. Red.] und 13 Jahre sehr intensiv sowie vor allem freundschaftlich miteinander gearbeitet.  Das ist in der Geschäftsführung eines so großen Unternehmens mit so vielen und unterschiedlichen Interessen nicht selbstverständlich.

In der 200-jährigen Geschichte unseres Hauses war das letzte Jahrzehnt mit Sicherheit die bisher beste Zeit des Joanneums. Und obwohl wir seit 2011 insgesamt 17 Millionen Euro eingespart haben, sind wir trotzdem in der Lage, den hohen Standard und die große Bandbreite im Ausstellungs-, Forschungs- und Sammlungsbereich aufrechtzuerhalten.

Wir wollen positiv an der Zukunft arbeiten

Dank der Neuaufstellungs- und Sanierungsarbeithaben wir heute, 2015, eine sehr gute Infrastruktur. Aber vor allem haben wir eines: ein hochmotiviertes, engagiertes Team. Das Joanneum sind viele! Alle unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leisten Unglaubliches und sind mit ganzem Herzen bei der Sache.

All jenen, die befürchten, das Joanneum verliere mit Peter Pakeschs Abgang sein bisheriges Gesicht, kann ich mitteilen: Das Joanneum hat viele Gesichter! Diese Universalität und Gesamtheit soll zukünftig in den Vordergrund rücken. Insofern möchte ich unseren Abteilungen mehr Autonomie und mehr Spielraum geben – hierfür braucht es verstärkt den Dialog und einen wertschätzenden Umgang miteinander. So möchte ich meine Aufgabe anlegen, und das wird mein Credo sein: Wir müssen die Kooperationen stärken, unsere nationalen und internationalen Netzwerke weiter ausbauen und noch intensiver mit anderen Museen, Bildungseinrichtungen und Institutionen zusammenarbeiten.

Wir müssen unsere Zukunft selbstbewusst in die Hand nehmen, indem wir unsere Arbeit selbstkritisch betrachten und überlegen, in welchen Bereichen wir im Sinne unserer Besucherinnen und Besucher noch vernetzter arbeiten können. Von der Kulturpolitik wünschen wir nur eines: den Mut, uns auf diesem Weg zu begleiten. Dann werden wir auch die an uns gestellten kulturpolitischen Herausforderungen bewältigen und gemeinsam das Joanneum in eine erfolgreiche Zukunft führen.

Kategorie: Kulturpolitik
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