3. Dezember 2015 / Fenna Yola Tykwer

Anti-Aging für Filme

Konservieren & Restaurieren | Museum für Geschichte

Unsere Kollegin Fenna Yola Tykwer kümmert sich als Restauratorin für moderne Materialien und Medien unter anderem um den umfangreichen Foto- und Filmbestand des Joanneums. Im November hat sie ihr Know-how mit zahlreichen Fachleuten im Rahmen einer internationalen Konferenz in Taiwan geteilt. Für unseren Blog hat sie einen Bericht darüber geschrieben.

 

Gruppenfoto, © National Taiwan Museum of Fine Arts

Gruppenfoto, © National Taiwan Museum of Fine Arts

 

Auf Einladung des National Taiwan Museum of Fine Arts habe ich am 06. und 07. November 2015 an der internationalen Konferenz „Collecting and Exhibiting New Media Arts“ in Taichung (Taiwan) teilgenommen. Die Konferenz beschäftigte sich mit den Strategien und bekannten Problemen bei der Erhaltung, Konservierung, Dokumentation, Archivierung und Präsentation von zeitgenössischer Medienkunst. Es wurden konservatorische Fallstudien vorgestellt, die sich mit Fragen rund um Theorie und Praxis der Medienkunsterhaltung beschäftigt haben. Themenfelder waren dabei u. a. Werkauthentizität, Urheberrechtsfragen, Umgang mit antiquierter bzw. obsoleter Medientechnik, Digitalisierung und Langzeiterhaltung. Einen besonderen Schwerpunkt bildeten die Möglichkeiten der Medienkunsterhaltung und die damit verbundenen Schwierigkeiten bei der Ausstellung von zeitgenössischer Medienkunst in Museen und Mediencentern im asiatischen Raum.

 

Fenna Yola Tykwer bei der Panel Discussion, © National Taiwan Museum of Fine Arts

Fenna Yola Tykwer bei der Panel Discussion, © National Taiwan Museum of Fine Arts

Mein einstündiger Vortrag mit dem Titel „The Conservation and Preservation of Analogue Video Art“ behandelte die Beschaffenheit von analogen Videomagnetbändern und stellte deren Konservierungsprobleme vor. Die Besonderheiten der mechanischen und chemischen Degradation wurden erläutert und mithilfe von Videobeispielen anschaulich dargestellt. Das Hauptaugenmerk lag dabei auf dem als „Sticky Tape Syndrome“ bekannt gewordenen Degradationsphänomen und dessen praktischen Restaurierungsmöglichkeiten. Weiterführend wurden verschiedene Konservierungsstrategien für zeitgenössische Medienkunst (insbesondere Videomagnetbänder und Medieninstallationen) vorgestellt und deren Vor- und Nachteile eingehend erläutert. Abschließend wurde als ein Beispiel für eine erfolgreiche Zusammenarbeit im Bereich der Konservierung von Time-based Media Art das Europäische Projekt „Inside Installations“ (2004–2007) vorgestellt.

 

Bei der Registrierung, © National Taiwan Museum of Fine Arts

Bei der Registrierung, © National Taiwan Museum of Fine Arts

 

Weitere Vortragende waren Jon Ippolito, Yung Hsien Chen, Lauren Shadford, Ivo van Stiphout, Eun-Jin Kim, Yuichiro Taira und Yuka Uematsu.

Kategorie: Konservieren & Restaurieren | Museum für Geschichte
Schlagworte: Film | Multimediale Sammlungen | medien.kunst.sammeln


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