Künstlerische Interventionen

im Rahmen von BLOOM

Im Rahmen des Jahresthemas BLOOM werden einzelne Ausstellungen und Projekte durch künstlerische Interventionen verbunden. Diese ziehen sich mit aktuellen Fragen durch die verschiedenen Sammlungen und Standorte.

Im Rahmen von BLOOM 2026, Volkskundemuseum am Paulustor

Regula Dettwiler

Unvergesslich

21.05.2026–31.01.2027

In der Installation Unvergesslich der Künstlerin Regula Dettwiler in der Antoniuskirche im Volkskundemuseum am Paulustor vereinen sich tausende täuschend echt wirkende Blüten zu einem farbenprächtigen Strauß, der von der Decke hängt. Jede einzelne Blume war einst ein stiller Erinnerungsträger an einen Menschen.

Blumen sind nie nur eine Darstellung der Natur. In ihrer Endlichkeit sind sie durch das zeitnahe Verwelken immer auch symbolisch aufgeladen. Frische Blumensträuße und Gestecke begleiten uns oft bei freudvollen Festen, aber auch bei Begräbnissen. Sie stehen für das Leben und gleichermaßen für das Sterben. Auf christlichen Friedhöfen wird der Vergänglichkeit auch mit Plastikblumen getrotzt, mit einem ewigen Blühen, das sich dem Verotten wiedersetzt.

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Im Rahmen von BLOOM 2026, Schloss Eggenberg

Thomas Stimm

KNOSPE, 2025

Laufzeit

Eine überdimensionale Löwenzahnknospe aus grün lackierter Bronze tritt im Planetensaal von Schloss Eggenberg als selbstbewusster Außenseiter auf.

Der Künstler Thomas Stimm vergrößert damit das scheinbar Unscheinbare und verwandelt ein alltägliches Naturmotiv in eine poetische, humorvolle Intervention. Inspiriert von Comics und Pop-Art spielt seine Skulptur mit Maßstab, Farbe und Wahrnehmung – und setzt dem repräsentativen Raum eine lebendige und etwas trotzige Naturform entgegen.

Die Blume ist das zentrale Motiv im Werk von Thomas Stimm. Seit den 1990er-Jahren schafft der Bildhauer und Maler überlebensgroße Wiesenstücke, Obst-, Blüten- und Pflanzenskulpturen. Durch gezielte Größenverschiebung – zu groß, zu klein, formal vereinfacht und in leuchtenden, beinahe ungemischten Farben gefasst – überführt er unscheinbare Naturformen in eine neue Präsenz. Abhängig von der Umgebung, sei es nun eine Wiese oder der betonierte Stadtraum, überragt das künstlerisch geformte Gewächs entweder seine ‚echten‘ kleineren Artgenossen oder es setzt einen Kontrapunkt zum urbanen Leben

Der Löwenzahn – eine zarte Pflanze, die sogar Asphalt aufbrechen kann – zählt zu Stimms Lieblingsmotiven. In der geschlossenen Knospe steckt das Versprechen der Blüte: Wachstum, Lebendigkeit und die Ahnung jenes Gelbs, das wie ein Spiegel der Sonne erscheint. Stimm versteht seine Kunstpflanzen als „Stelen“: aufrecht stehende Zeichen, die Natur und Mensch gleichermaßen repräsentieren können.

Weitere Arbeiten des Künstlers sind am Vorplatz des Grazer Hauptbahnhofs sowie im Kunsthaus Graz zu sehen.

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Im Rahmen von BLOOM 2026, Alte Galerie

Claudia Larcher

No. 2, aus der Serie Still Life 3000, 2026

Generative Neuinterpretation eines flämischen Blumenstilllebens, um 1620.
Original: Alte Galerie, Schloss Eggenberg/UMJ
Giclée-Print, 3D-gedruckter Rahmen

Laufzeit 

In ihrer Serie Still Life 3000 lässt Claudia Larcher digitale, mit KI generierte Blumenarrangements mit der Tradition des klassischen Stilllebens in Dialog treten. Inspiriert von zwei flämischen „Blumenporträts“ des frühen 17. Jahrhunderts aus der Sammlung der Alten Galerie verbinden Larchers Neuinterpretationen die Vergangenheit mit den ökologischen, technologischen und soziopolitischen Herausforderungen der Gegenwart. Dabei werden traditionelle Vanitas-Symbole im heutigen Kontext neu belebt. So verweisen Versatzstücke unserer erdölbasierten Gegenwart wie Blütenblätter aus vermeintlichem Kunststoff oder eine Bestäuberdrohne einerseits auf moderne Technologie und Konsum und andererseits auf den Verlust der Artenvielfalt und den Klimawandel. Sieht so das Blumenstillleben der Zukunft aus?

In der Dauerausstellung findet sich in der Dauerausstellung die Ausstellungsintervention der Künstlerin Claudia Larcher.

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Im Rahmen von BLOOM 2026, Münzkabinett

Ryts Monet

Arbeiten

22.05.–31.10.2026

Für das Münzkabinett und die Ausstellung Die blühende Sprache des Geldes hat Ryts Monet Arbeiten integriert, die Natur, Wertsysteme und Bildproduktion in ein gemeinsames Beziehungsgeflecht setzen und dabei die Sammlung des Münzkabinetts als Ausgangspunkt erweitern.

Riserva Aurea (Orchids), zusammengesetzte Banknoten, Papier, Glas, 50 × 70 cm, 2026
Kunst = Kapital², farbiger Kugelschreiber auf Papier, 70 × 50 cm, 2026
In God We Trust, digitaler Collage-Druck auf Tapete, verschiedene Maße, 2015
Frottages (Serie), Farbstift auf Papier, 21 × 29,7 cm je Element, 2026

In Ryts Monets Riserva Aurea (Orchids) (2026) arrangiert der Künstler internationale Banknoten zu einem Bildfeld von Orchideen und bezieht sich auf die „Orchid Series“ Singapurs, in der die Nationalwährung bewusst ohne menschliche Figuren gestaltet wurde. Die Orchidee erscheint hier als Hybridform und Symbol kultureller Pluralität sowie als Modell kontrollierter Koexistenz.

In In God We Trust (2015) wird das Motto des US-Dollars zum Ausgangspunkt einer großflächigen Tapete aus Banknotenfragmenten, deren florale Motive nationale Pflanzensymbole darstellen und globale Wertsysteme kartieren. Die Serie Kunst = Kapital² (2026) überträgt marxistische Wertlogik (M–C–M’) auf Kunstwerke, die auf Banknoten dargestellt sind. Indem er diese detailreich mit Kugelschreiber rekonstruiert, wird ein geschlossener Kreislauf zwischen Geld, Bild und künstlerischer Produktion sichtbar.

In den Frottages (2026) werden Münzen aus dem Münzkabinett botanisch neu geordnet und als Abreibungen sichtbar gemacht, wodurch geografisch und historisch getrennte Systeme eine unerwartete visuelle Harmonie bilden.

In Fleur de Sal (2026) schließlich werden Salzkrusten auf florale Münzmotive übertragen – so verbindet sich Salz als historisches Zahlungsmittel mit natürlichen Kristallisationsprozessen. Gemeinsam formen die Arbeiten ein systemisches Denken über Wert, Natur und Repräsentation, in dem Geld, Pflanze und Bild ineinander übergehen.

 

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Im Rahmen von BLOOM 2026, Neue Galerie Graz

Suzanne Anker

Serie „Vanitas (in einer Petrischale)“

24.04.04.10.2026

Für die Ausstellung Analytische Schönheit in der Neuen Galerie Graz zeigt die US-amerikanische Künstlerin Suzanne Anker eine mehrteilige Fotoserie als aufrüttelnde Zukunftsspekulation. In Petrischalen hat die Künstlerin eindrucksvolle und hochauflösende Arrangements kreiert, die gefährdete Tiere und Pflanzen zusammenbringen.

Vanitas (in einer Petrischale) ist eine Fotoserie, die aus arrangierten Stillleben-Elementen entstanden ist. Indem sie das niederländische Stillleben-Genre in die Fotografie überträgt, nutzt Anker die Petrischale – wie sie in Labors verwendet wird – als Symbol für das, was noch entstehen wird, insbesondere im Bereich der synthetischen Biologie.

Die Künstlerin und Theoretikerin Suzanne Anker ist eine Pionierin der organischen Kunst. Ihre hier gezeigte Arbeit erinnert an die Beständigkeit der lebendigen Ausdrucksformen des Lebens und an dessen unvermeidlichen Verfall. In früheren Jahrhunderten warnten Vanitas-Gemälde vor den Exzessen der materiellen Kultur (lat. vanitas, „Eitelkeit“, „Nichtigkeit“, „leerer Schein“).

In Ankers Arbeit werden Betrachtende mit Bildern von Blumen, Insekten und Früchten konfrontiert, die mit der Zeit verschwinden. Als Mahnung an die Zerbrechlichkeit des Lebens und die Art und Weise, wie sich die Elemente der Erde verwandeln können, lädt sie dazu ein, über die eigene Sterblichkeit nachzudenken.

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Im Rahmen von BLOOM 2026, Naturkundemuseum

PSX Consultancy

Hilfsmittel zur Unterstützung pflanzlicher Fortpflanzung

Direkter gesagt: Sexspielzeug für Pflanzen

24.04.202612.09.2027

Für die Ausstellung Blümchensex im Naturkundemuseum zeigen PSX Consultancy  – Pei-Ying Lin (TW), Špela Petrič (SI), Dimitrios Stamatis (GR) und Jasmina Weiss (SI) – eine Paarberatung der anderen Art. Hier wird die Reflexion aktueller Rechte und Nöte von Pflanzen mit einer Portion lasziver Ironie verbunden.

Hinter dem Augenzwinkern steckt eine ernsthafte Frage: Wie verändert sich das Verhältnis zwischen Mensch und Nicht-Mensch? Das interdisziplinäre Team aus Kunst, Design und Wissenschaft entwirft Objekte, die unseren anthropozentrischen Blick herausfordern – wissenschaftlich fundiert, spielerisch vermittelt, inhärent absurd. Indem die Parallelen zwischen menschlicher und pflanzlicher Fortpflanzung untersucht werden, öffnet das Projekt einen Diskurs über Ethik und ein Denken, das die menschliche Überlegenheit infrage stellt.

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Im Rahmen von BLOOM 2026, Österreichisches Freilichtmuseum Stübing

Nina Schuiki

Helenas Tränen

05.2025–10.2026

Für die Ausstellung Blühende Medizin im Österreichischen Freilichtmuseum Stübing schafft die Künstlerin Nina Schuiki ein Geschichten-Beet rund um die sagenumwobene Heilpflanze Alant. In einem zweiten Schritt verknüpft sie das Umsorgen der Pflanze mit den heilenden Düften des Krautes, die durch die Lüftung des Kunsthauses strömen.

In ihrer wachsenden Arbeit Helenas Tränen widmet sich Schuiki dem Alant, der seit der Antike in Europa bekannt ist. Gemeinsam mit den Gärtnerinnen des Freilichtmuseums gestaltet sie ein Pflanzbeet in Form einer Träne. Damit verweist sie auf die mythologische Erzählung, wonach der Alant an jenen Stellen wuchs, wo die Tränen der Halbgöttin Helena bei ihrer Entführung auf den Boden fielen.

Echter Alant (Inula Helenium), auch als heilsspendende Marienblume bekannt, wird traditionell zum Räuchern und Desinfizieren sowie bei Husten, Magen-Darm-Problemen und Atemwegserkrankungen eingesetzt. Die Pflanze benötigt rund zwei Jahre zur Reifung. Seine Wurzeln können schleimlösend wirken, die Nieren anregen und harntreibend sein.

Mit ihrer sich verändernden Arbeit verbindet die 1983 in Graz geborene und in Berlin lebende Künstlerin Natur, Mythos und Heilwissen und verweist auf die Bedeutung von Zeit für das wertvolle Zusammenspiel zwischen Mensch und Umwelt.

Nina Schuikis konzeptionelle, minimalistische und erzählerische Arbeiten thematisieren die Zerbrechlichkeit und Co-Abhängigkeit menschlichen Lebens.

Im Österreichischen Freilichtmuseum wächst zu BLOOM auch ein Alantbeet der Künstlerin Nina Schuiki.

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Im Rahmen von BLOOM 2026, Landwirtschaftsmuseum Schloss Stainz

Anita Fuchs

Standortbouquets, 2025

09.05.31.10.2026

Für die Ausstellung Blühende Felder im Landwirtschaftsmuseum Schloss Stainz zeigt die Künstlerin Anita Fuchs mit den Standortbouquets eine 8-teilige Fotoserie, mit der sie Blumenbouquets festhielt, die jeweils in der Umgebung der acht BLOOM-Standorte aufgesammelt wurden. Als postkoloniale Reflexion des holländischen Stilllebens werden diese Bouquets zu individuellen Porträts eines Ortes mit seinen heimischen und zugewanderten Blütenpflanzen.

Anita Fuchs wurde eingeladen, sich künstlerisch mit der Bedeutung von Biodiversität in Verbindung zu botanischer Analyse auseinanderzusetzen – ein Ansatz, der in ihrer bisherigen Arbeit eine zentrale Rolle spielt. Fuchs hat es sich zur Gewohnheit gemacht, genau zu schauen, Symbiosen wahrzunehmen, sichtbare und unsichtbare Zusammenhänge von dem, was als Natur bezeichnet wird, zu untersuchen und in minimalistischer Ästhetik aufzuzeigen.

Inspiriert von der Mediziner- und Botanikertagung des Jahres 1843, die nach dem Museumsgründer Erzherzog Johann alle relevanten Errungenschaften des letzten Jahres mit Fokus auf Sammeln, Forschung und Bildung zusammenführen sollte, schuf Fuchs eine Serie von Standortbouquets. Innerhalb eines Radius von 100 Metern sammelte sie an den acht
BLOOM-Standorten Blühpflanzen und schuf daraus fotografische Stillleben, die sich an der Tradition malerischer Stillleben des 17. Jahrhunderts orientieren.

In den zeitgenössischen White Cube übersetzt, wird bei Fuchs das Bild der Vergänglichkeit jedoch weniger zum Statussymbol eines botanisch bewanderten Weltenbürgers der Kolonialzeit als vielmehr zum aktuellen Memento mori: Dabei geht es nicht mehr um die Kategorien „heimisch“ und „zugewandert“, stattdessen wird betont, dass für eine funktionierende Symbiose alles von Bedeutung ist – auch die Insekten, die diese Bouquets sichtbar bevölkern.

In der Ausstellung findet sich die Ausstellungsintervention „Standortbouquets“ der Künstlerin Anita Fuchs.

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Im Rahmen von BLOOM 2026, Schloss Trautenfels

Winfried Ritsch und Ingolf Christian

Power Flower Bells

01.05.31.10.2026

In der Ausstellung Blume persönlich in Schloss Trautenfels kommunizieren mit dieser Klanginstallation über mehrere Räume verteilte robotische Blumen miteinander. Über die LoRa-Technologie werden Informationen „als Bienen“ zwischen den einzelnen Blumen hin und hergeschickt, getragen von unsichtbaren Funksignalen auf 868 MHz. Eine Botschaft – ein Rhythmus, eine Phrase, ein Impuls – wandert von Blume zu Blume, wird transformiert und weitergegeben. Je nach Energiezustand – abhängig von Wetter, Umgebung und den Bewegungen der Besucher*innen – entstehen über Ausschläge auf die keramischen Klangkörper eigenständige und fortlaufende, nicht wiederholbare Klangmuster. Die Blumen versorgen sich über Solarzellen selbst mit Energie. Ist das Licht stark, erwachen die Blumen lebhaft; bei schwächerem Licht werden sie leiser und träumerischer.

Die Umgebungsparameter komponieren die Klanginstallation im Dialog mit dem Materialitäten mit – kein Tag klingt wie der andere. So wird das Projekt zu einer lebendigen Skulptur aus Keramik, Elektronik, Funk und Zeit.

Power Flower Bells bildet einen Schwarm aus Mini-Instrumenten, der als vernetztes Kollektiv agiert. Dieses Netzwerk bildet eine eigene Welt – eine Nebenwelt, die nicht für uns Menschen spielt, in der wir aber zuhören dürfen. Was entsteht, wenn Maschinen nicht länger unsere Werkzeuge sind, sondern Akteur*innen – wenn sie lokal entscheiden, sozial kommunizieren und gemeinsam etwas hervorbringen, das keine von ihnen allein beabsichtigte?

Das von Winfried Ritsch und Ingolf Christian konzipierte Projekt wurde in Zusammenarbeit mit dem Zweig Keramik Art Craft der Ortweinschule Graz und dem Institut für Elektronische Musik und Akustik (IEM) umgesetzt. Die Elektronik wurde im Atelier Algorythmics in Zusammenarbeit mit dem Institut für Elektronische Musik entwickelt.

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Im Rahmen von BLOOM 2026, Österreichischer Skulpturenpark

Daniela Brasil

Ver/Ent/Wurzelungen

07.04.31.10.2026

Die Installation Ver/Ent/Wurzelungen der Künstlerin Daniela Brasil lädt im Österreichischen Skulpturenpark Besucher*innen in einen Heilgarten ein, um bei verschiedenen Migrant*innenpflanzen zu verweilen, ihre Wirkkraft zu spüren und von ihren Anpassungen zu lernen. Um eine Weidenkuppel installiert die Künstlerin ein sinnliches, politisches und gemeinschaftliches Kunst-Natur-Lebens-Labor rund um die koloniale Reise der Passiflora – der Maracujá – von Südamerika nach Österreich, wo sie als sogenannte „Cooltropics“-Züchtung mittlerweile winterhart eingebürgert ist.

Aus tropischen Böden gerissen und ins europäische Klima verpflanzt, mussten sich Migrant*innen wie die Passiflora neu verwurzeln, sich an Frost und ungewohnte Böden anpassen und ihnen auferlegte Narrative umschreiben.

Brasil wählte die Passionsblume als Leitmotiv ihrer Arbeit aus. Ihren Namen verdankt die dekorative Blume Missionaren, die anhand ihrer Blüte die Passion Christi veranschaulichten: Die Nebenkrone galt als Dornenkrone, die fünf Staubblätter als Wundmale, die drei Griffel als Nägel des Kreuzes. Heute steht die Passiflora nicht nur für die fruchtige Süße der Maracujá, sondern sie wird dank ihrer beruhigenden Wirkung auch als Heilpflanze genutzt.

Als Meditation und künstlerische Geste zugleich entsteht ein regenerativer Raum, der sinnliche Neugier weckt. In ihm ist die durch Erzherzogin Maria Leopoldina, später Kaiserin von Brasilien, verflochtene Geschichte Brasiliens und Österreichs eingeschrieben. Sie verweist auf eine Zukunft, die in der Gegenseitigkeit zwischen den Menschen und der mehr als menschlichen Welt wurzelt.

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Im Rahmen von BLOOM 2026, Steiermärkische Landesbibliothek

Joiri Minaya

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