22.05.–31.10.2026
Für das Münzkabinett und die Ausstellung Die blühende Sprache des Geldes hat Ryts Monet Arbeiten integriert, die Natur, Wertsysteme und Bildproduktion in ein gemeinsames Beziehungsgeflecht setzen und dabei die Sammlung des Münzkabinetts als Ausgangspunkt erweitern.
Riserva Aurea (Orchids), zusammengesetzte Banknoten, Papier, Glas, 50 × 70 cm, 2026
Kunst = Kapital², farbiger Kugelschreiber auf Papier, 70 × 50 cm, 2026
In God We Trust, digitaler Collage-Druck auf Tapete, verschiedene Maße, 2015
Frottages (Serie), Farbstift auf Papier, 21 × 29,7 cm je Element, 2026
In Ryts Monets Riserva Aurea (Orchids) (2026) arrangiert der Künstler internationale Banknoten zu einem Bildfeld von Orchideen und bezieht sich auf die „Orchid Series“ Singapurs, in der die Nationalwährung bewusst ohne menschliche Figuren gestaltet wurde. Die Orchidee erscheint hier als Hybridform und Symbol kultureller Pluralität sowie als Modell kontrollierter Koexistenz.
In In God We Trust (2015) wird das Motto des US-Dollars zum Ausgangspunkt einer großflächigen Tapete aus Banknotenfragmenten, deren florale Motive nationale Pflanzensymbole darstellen und globale Wertsysteme kartieren. Die Serie Kunst = Kapital² (2026) überträgt marxistische Wertlogik (M–C–M’) auf Kunstwerke, die auf Banknoten dargestellt sind. Indem er diese detailreich mit Kugelschreiber rekonstruiert, wird ein geschlossener Kreislauf zwischen Geld, Bild und künstlerischer Produktion sichtbar.
In den Frottages (2026) werden Münzen aus dem Münzkabinett botanisch neu geordnet und als Abreibungen sichtbar gemacht, wodurch geografisch und historisch getrennte Systeme eine unerwartete visuelle Harmonie bilden.
In Fleur de Sal (2026) schließlich werden Salzkrusten auf florale Münzmotive übertragen – so verbindet sich Salz als historisches Zahlungsmittel mit natürlichen Kristallisationsprozessen. Gemeinsam formen die Arbeiten ein systemisches Denken über Wert, Natur und Repräsentation, in dem Geld, Pflanze und Bild ineinander übergehen.