Prunkräume

Beletage Schloss Eggenberg

Die Beletage von Schloss Eggenberg hat ihr ursprüngliches Erscheinungsbild bis heute nahezu unverändert erhalten. Der Zyklus von 24 Prunkräumen mit originaler Ausstattung des 17. und 18. Jahrhunderts gehört zu den bedeutendsten Ensembles historischer Innenräume, die Österreich besitzt. Selten hat sich eine Raumausstattung von vergleichbarer künstlerischer Qualität so vollständig und so ungestört erhalten. Ihr Mittelpunkt ist der glanzvolle Planetensaal.

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Deckengemälde - Weltgeschichte in Bildern
Mythologische Szenen, antike, biblische und neuzeitliche Historien verbinden sich in den Prunkräumen mit Allegorien, Emblemen und Veduten zu einem einzigartigen barocken Bildungskosmos.
Interieurs - Eggenberger Rokoko
In der letzten Phase der Baugeschichte, im 18. Jahrhundert, erhielten die Prunkräume ihre heutige Meublage und Innendekoration.
Der Ôsaka-Paravent
Von Zeit zu Zeit werden in Europa japanische Kunstwerke entdeckt, die man ohne Übertreibung als sensationell bezeichnen kann. Dazu gehört auch ein japanischer Paravent mit der Darstellung von Ôsaka aus dem frühen 17. Jahrhundert im „Japonischen Kabinett“.

Im Rahmen von BLOOM wird in den Prunkräumen von Schloss Eggenberg eine künstlerische Interventionn von Thomas Stimm präsentiert. 

Im Rahmen von BLOOM 2026, Schloss Eggenberg

Thomas Stimm

KNOSPE, 2025

2026

Eine überdimensionale Löwenzahnknospe aus grün lackierter Bronze tritt in den Prunkräumen von Schloss Eggenberg als selbstbewusster Außenseiter auf.

Der Künstler Thomas Stimm vergrößert damit das scheinbar Unscheinbare und verwandelt ein alltägliches Naturmotiv in eine poetische, humorvolle Intervention. Inspiriert von Comics und Pop-Art spielt seine Skulptur mit Maßstab, Farbe und Wahrnehmung – und setzt dem repräsentativen Raum eine lebendige und etwas trotzige Naturform entgegen.

Die Blume ist das zentrale Motiv im Werk von Thomas Stimm. Seit den 1990er-Jahren schafft der Bildhauer und Maler überlebensgroße Wiesenstücke, Obst-, Blüten- und Pflanzenskulpturen. Durch gezielte Größenverschiebung – zu groß, zu klein, formal vereinfacht und in leuchtenden, beinahe ungemischten Farben gefasst – überführt er unscheinbare Naturformen in eine neue Präsenz. Abhängig von der Umgebung, sei es nun eine Wiese oder der betonierte Stadtraum, überragt das künstlerisch geformte Gewächs entweder seine ‚echten‘ kleineren Artgenossen oder es setzt einen Kontrapunkt zum urbanen Leben

Der Löwenzahn – eine zarte Pflanze, die sogar Asphalt aufbrechen kann – zählt zu Stimms Lieblingsmotiven. In der geschlossenen Knospe steckt das Versprechen der Blüte: Wachstum, Lebendigkeit und die Ahnung jenes Gelbs, das wie ein Spiegel der Sonne erscheint. Stimm versteht seine Kunstpflanzen als „Stelen“: aufrecht stehende Zeichen, die Natur und Mensch gleichermaßen repräsentieren können.

Weitere Arbeiten des Künstlers sind am Vorplatz des Grazer Hauptbahnhofs sowie im Kunsthaus Graz zu sehen.

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