Blühende Felder

Eine Fahrt ins Blaue

09.05. - 31.10.2026
Ein Feld mit blauen Leinblüten Ein Feld mit blauen Leinblüten

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Laufzeit

09.05. - 31.10.2026

Eröffnung

09.05.2026 11:00

Ort

Landwirtschaftsmuseum Schloss Stainz, Landwirtschaftsmuseum

Kuratiert von

Barbara Müller und Maria Zengerer

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Über die
Ausstellung

Die Ausstellung in Schloss Stainz widmet sich fünf blühenden Nutzpflanzen: Lein, Kartoffel, Käferbohne, Kürbis und Mais. Gespannt wird der Bogen von der Kulturgeschichte dieser Nutzpflanzen über ihre Bedeutung für die indigene Bevölkerung in den Herkunftsregionen bis hin zur Aneignung durch Entdecker und Eroberer sowie ihrer späteren Etablierung in Europa.

 

Kartoffeln, Käferbohnen, Kürbisse und Mais gelangten erst nach der Entdeckung Amerikas aus der „Neuen Welt“ nach Europa. Zunächst wurden sie vor allem als Zierpflanzen in den botanischen Gärten und Fürstengärten kultiviert, bevor sie später als Nahrungsmittel an Bedeutung gewannen. Der Lein – die älteste Kulturpflanze Mitteleuropas – liefert auch indirekt den Titel zur Ausstellung: Die Redewendung "eine Fahrt ins Blaue" könnte ursprünglich auf das Unterwegssein durch weitläufige, meist blau blühende Leinfelder zurückgehen.

 

Heute sieht sich die Landwirtschaft mit Herausforderungen wie neu eingeschleppten Schädlingen und zunehmenden Extremwetterereignissen, die nicht zuletzt durch den Klimawandel begünstigt werden, konfrontiert. Auch diesen Aspekten und gegenwärtigen Herausforderungen wird in der Ausstellung Raum gegeben.

Rahmenprogramm

In der Ausstellung findet sich die Ausstellungsintervention Standortbouquets der Künstlerin Anita Fuchs.

Im Rahmen von BLOOM 2026, Landwirtschaftsmuseum Schloss Stainz

Anita Fuchs

Standortbouquets, 2025

09.05.31.10.2026

Für die Ausstellung Blühende Felder im Landwirtschaftsmuseum Schloss Stainz zeigt die Künstlerin Anita Fuchs mit den Standortbouquets eine 8-teilige Fotoserie, mit der sie Blumenbouquets festhielt, die jeweils in der Umgebung der acht BLOOM-Standorte aufgesammelt wurden. Als postkoloniale Reflexion des holländischen Stilllebens werden diese Bouquets zu individuellen Porträts eines Ortes mit seinen heimischen und zugewanderten Blütenpflanzen.

Anita Fuchs wurde eingeladen, sich künstlerisch mit der Bedeutung von Biodiversität in Verbindung zu botanischer Analyse auseinanderzusetzen – ein Ansatz, der in ihrer bisherigen Arbeit eine zentrale Rolle spielt. Fuchs hat es sich zur Gewohnheit gemacht, genau zu schauen, Symbiosen wahrzunehmen, sichtbare und unsichtbare Zusammenhänge von dem, was als Natur bezeichnet wird, zu untersuchen und in minimalistischer Ästhetik aufzuzeigen.

Inspiriert von der Mediziner- und Botanikertagung des Jahres 1843, die nach dem Museumsgründer Erzherzog Johann alle relevanten Errungenschaften des letzten Jahres mit Fokus auf Sammeln, Forschung und Bildung zusammenführen sollte, schuf Fuchs eine Serie von Standortbouquets. Innerhalb eines Radius von 100 Metern sammelte sie an den acht
BLOOM-Standorten Blühpflanzen und schuf daraus fotografische Stillleben, die sich an der Tradition malerischer Stillleben des 17. Jahrhunderts orientieren.

In den zeitgenössischen White Cube übersetzt, wird bei Fuchs das Bild der Vergänglichkeit jedoch weniger zum Statussymbol eines botanisch bewanderten Weltenbürgers der Kolonialzeit als vielmehr zum aktuellen Memento mori: Dabei geht es nicht mehr um die Kategorien „heimisch“ und „zugewandert“, stattdessen wird betont, dass für eine funktionierende Symbiose alles von Bedeutung ist – auch die Insekten, die diese Bouquets sichtbar bevölkern.

In der Ausstellung findet sich die Ausstellungsintervention „Standortbouquets“ der Künstlerin Anita Fuchs.

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Pflanzenanleitung für ein Milpa-Beet

Das Wort Milpa bedeutet „das nahe Feld“. Die Mayas in Mittelamerika hatten die Felder nahe bei ihren Wohnstätten. Bei der Milpa-Kultur werden Mais, Bohnen und Kürbisse zusammen am selben Feld angebaut. Der Mais dient als Rankhilfe für die Bohnen und der Kürbis beschattet das Feld, sodass die Feuchtigkeit gespeichert wird.
 

  • Wählen Sie für ein Milpa-Beet ein ca. 1,20m x 2m großes Stück in Ihrem Garten aus. Bedenken Sie bitte, dass der Mais sehr hoch wird und dadurch andere Kulturen beschattet werden könnten.
  • Den Mais eventuell vorziehen. Geben Sie im März, da Maisjungpflanzen sehr stark wurzeln, bitte jeweils nur ein Maiskorn vier bis sechs Zentimeter in die Erde gedrückt, in einen kleinen Plastiktopf.
  • Beim Kürbis haben Sie zwei Möglichkeiten. Er kann entweder im April vorgezogen werden oder im Mais (nach den Eisheiligen) zusammen mit den Bohnen direkt gesät werden.
  • Mitte Mai können die selbst gezogenen Pflanzen ins Gartenbeet umziehen. Dabei wird der Mais mit einem Reihenabstand von 60 bis 80 cm und innerhalb der Reihe mit einem Pflanzabstand von 40 cm eingepflanzt.
  • Um jede Maispflanze herum drückt man bis zu drei Bohnen fünf Zentimeter tief in die Erde.
  • Zwischen die Maisreihen kommt schließlich der Kürbis. Wobei zwischen zwei Kürbispflanzen ein Abstand von ungefähr zwei Metern sein sollte.
  • Zu Beginn kann es nötig sein das Beet unkrautfrei zu halten, dann kann man das Feld sich selbst überlassen.
  • Allerdings brauchen die drei Gemüsearten ausreichend Wasser, sodass vor allem bei zunehmenden Trockenperioden regelmäßiges Gießen notwendig ist.
  • Wenn alles funktioniert, haben Sie ab Mitte Juli einen grünen, fruchtbaren Dschungel in Ihrem Gartenbeet.


Viel Erfolg und viel Freude bei der Ernte!

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Blühender Glücksbringer Saatanleitung

Saatpapier mit Faserlein (Sorte Christine - blau blühend)
Saattermin März bis Anfang Juni 
 

  •  Saatpapier in kleine Stücke reißen.
  •  In Wasser einige Stunden quellen lassen.
  •  Eine ca. 1-2 cm tiefe Saatrille in die Erde ziehen und das Saatpapier darin verteilen.
  •  Mit lockerer Erde bedecken und feucht halten, damit das Saatgut keimen kann.

 

„1 qm Lein – vom Leinsamen zum Textil“

2020 wurde in Schweden vom Hemslöjden-Verband zur Förderung von Handwerk das Projekt 1 KVM Lin (1 m2 Lein) ins Leben gerufen. Mittlerweile hat dieses Projekt auch Österreich erreicht. Auch wir im Landwirtschaftsmuseum beteiligen uns an diesem Projekt. Das Ziel ist es, Faserlein in Österreich wieder sichtbarer zu machen. Deshalb haben wir schon 2025 einen Quadratmeter Lein angebaut, geerntet und verarbeitet.

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Einblicke

Barbara Müller, Leiterin der Museen in Schloss Stainz und Maria Zengerer, Ausstellungskuratorin in der Ausstellung "Blühende Felder", v.l.

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Ausstellungsansicht „Blühende Felder. Eine Fahrt ins Blaue“ mit der zeitgenössischen Kunstintervention von Anita Fuchs im Hintergrund

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Zeitgenössische Kunstintervention von Anita Fuchs in der Ausstellung "Blühende Felder" im Landwirtschaftsmuseum in Schloss Stainz

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Ausstellungsansicht „Blühende Felder. Eine Fahrt ins Blaue“

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Ausstellungsansicht „Blühende Felder. Eine Fahrt ins Blaue“

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Ausstellungsansicht „Blühende Felder. Eine Fahrt ins Blaue“

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Ausstellungsansicht „Blühende Felder. Eine Fahrt ins Blaue“

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Ausstellungsansicht „Blühende Felder. Eine Fahrt ins Blaue“

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Ausstellungsansicht „Blühende Felder. Eine Fahrt ins Blaue“

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Ausstellungsansicht „Blühende Felder. Eine Fahrt ins Blaue“

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Ausstellungsansicht „Blühende Felder. Eine Fahrt ins Blaue“

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Ausstellungsansicht „Blühende Felder. Eine Fahrt ins Blaue“

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Ausstellungsansicht „Blühende Felder. Eine Fahrt ins Blaue“

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Ausstellungsansicht „Blühende Felder. Eine Fahrt ins Blaue“

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Ausstellungsansicht „Blühende Felder. Eine Fahrt ins Blaue“ mit einer aztekischen Fruchtbarkeitsgöttin (Leihgabe des Weltmuseums Wien)

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