Tina Keng Gallery (TKG+ projects), Foto: Jung Yang

16. Dezember 2020 / Barbara Steiner

Unsere Ausstellungen anderen Ortes

Kunsthaus Graz

2019 zeigte das Kunsthaus Graz die Ausstellung "Jun Yang. Der Künstler, das Werk", die Ausstellung. Diese ist nun in erweiterter Form unter dem Titel "The Artist, his Collaborators, their Exhibition, and three Venues" (Der Künstler, seine Mitwirkenden, ihre Ausstellung und drei Orte) in Taipei zu sehen.

Kuandu Museum of Fine Arts, Taipei, Foto: Jun Yang

Von Graz nach Taipei

2019 zeigte das Kunsthaus Graz die Ausstellung Jun Yang. Der Künstler, das Werk, die Ausstellung. Diese ist nun in erweiterter Form unter dem Titel The Artist, his Collaborators, their Exhibition, and three Venues (Der Künstler, seine Mitwirkenden, ihre Ausstellung und drei Orte) in Taipei zu sehen. Am 5.12. wurde die Präsentation in der Tina Keng Gallery (TKG+ projects) eröffnet, am 11.12. folgte das Kuandu Museum of Fine Arts. Der dritte Teil wird Anfang Februar im MOCA (Museum of Contemporary Art) Taipei präsentiert. Es ist meine erste Ausstellung, die ich aus der Ferne kuratiere!

Die Ausstellung im Kunsthaus Graz

Foto: Kunsthaus Graz/M. Humpel

Bereits die Ausstellung im Kunsthaus Graz stellte grundsätzliche Fragen zum Künstler*in-Sein, zum Werkbegriff und zum Ausstellen selbst. Letztendlich wurde die Einzelausstellung von Yang in Graz zu einer kollektiven Unternehmung, an der viele teilhatten: Erwin Bauer, Mike Kelley/Paul Mc Carthy, siren eun youn jung, Lee Kit, Oliver Klimpel, Michikazu Matsune, Yuuki Nishimura, Yuki Okumura, Koki Tanaka, Maja Vukoje und Bruce Yonemoto. Dies und vor allem die Einladung eines Namensvetters von Jun Yang aus San Francisco dekonstruierte die Vorstellung einer großen Einzelausstellung.

Jun Yang meets Jun Yang, Kuandu Museum of Fine Arts, Taipei, Foto: Jun Yang

Drei Orte

Die für Taipei entwickelte Ausstellung findet an drei Orten statt: im Kuandu Museum, das mit einem architektonisch einladenden und offenen Gebäude an eine Universität angebunden ist, in der Tina Keng Galerie, einer international erfolgreichen kommerziellen Galerie, und im MOCA Taipei, einem öffentlich-städtischen Museum. Jedes Haus hat seinen eigenen Auftrag, einen eigenen Grund, weshalb es existiert, auf einem Uni-Campus, in einem neuen Stadtteil oder inmitten der Stadt. Damit sind verschiedene Aufgaben und auch Adressat*innen verbunden. Während das Kuandu Museum sich in erster Linie an die Studierenden und Lehrenden richtet, liegt das Hauptaugenmerk der Tina Keng Galerie auf der Vermittlung zeitgenössischer Kunst an Kunstkäufer*innen und Sammler*innen. Ins MOCA Taipei kommen neben den vielen Schulklassen aus der unmittelbaren Umgebung sehr viele Tourist*innen, auch aufgrund des alten Gebäudes aus der japanischen Kolonialzeit.

Oliver Klimpel, Kuandu Museum of Fine Arts, Taipei, Foto: Jun Yang

Der Katalog zur Ausstellung, Foto: Jun Yang

Unsere Ausstellung reagiert auf diese spezifischen Gegebenheiten mit unterschiedlichen Schwerpunktsetzungen. Im Kuandu Museum verzahnt sich die Ausstellung mit der Kunsthochschule. Hier geht es wesentlich um eine Auseinandersetzung mit Mechanismen des Kunstbetriebs selbst. Die Präsentation im Projektraum der Tina Keng Galerie schreibt sich absichtsvoll in einen kommerziellen Galeriekontext ein und widmet sich dem Branding von Werk und Künstler*in. Im MOCA Taipei knüpfen wir an die Kinderworkshops, Arbeit mit Schulklassen oder andere Veranstaltungen des Museums an. Der Unterschied: Die „Aktivitäten“ sind inhaltlicher Teil der Ausstellung und kein „Zusatzprogramm“, wie sonst üblich. Die Künstler*innen der Ausstellung gestalten das Programm und arbeiten mit den verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen. The Artist, his Collaborators, their Exhibition, and three Venues weitet sich von der Person Jun Yang hin zu kollektiven Identitäten und zu gesellschaftlichen Fragen.

Jun Yang beim Aufbau in der Tina Keng Gallery (TKG+ projects), Foto: Megan Lan (TKG+)

Aufbau und Eröffnung

Aufbau und Eröffnung fanden ohne meine physische Präsenz in Taipei statt. Glücklicherweise hatte ich im Januar 2020 Gelegenheit, diese drei Orte mit Jun Yang zu besuchen und erste Überlegungen zu entwickeln. In den letzten Wochen haben wir uns allerdings hauptsächlich per WhatsApp und Skype austauschen müssen. Bei der Eröffnung war ich virtuell anwesend – meine Rede wurde ins Chinesische übersetzt und übertragen. Auch wenn ich nach wie vor hoffe, die Ausstellungen im Februar sehen zu können, sind die Chancen gering. Doch ich freue mich, dass The Artist, his Collaborators, their Exhibition, and three Venues von den Menschen in Taipei gesehen werden kann. Anders sieht es mit KUNST ⇆ HANDWERK aus, eine Ausstellung, die ebenfalls 2019 im Kunsthaus Graz zu sehen war. Die Ende September in der Kestner Gesellschaft Hannover eröffnete Ausstellung bleibt aufgrund der Pandemie bis auf Weiteres geschlossen.

Die Eröffnung mit Direktor Huang Chien-Hung, Foto: Jun Yang

Die Eröffnung mit Direktor Huang Chien-Hung, Foto: Jun Yang

Einladung zu Jun Yangs The Artist, his Collaborators, their Exhibition, and three Venues

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Kategorie: Kunsthaus Graz
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