Foto: Flickr, Ecsite Executive Office

11. Juni 2016 / Universalmuseum Joanneum

Vom Monster Globalisierung, tanzenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern

Forschung | Kulturpolitik | Kunst- & Naturvermittlung

Dr. Elizabeth Rasekoala hat einen Doktor in Chemical Engineering und wünscht sich vor allem eines: „A truly socially inclusive, gender-balanced science centre. Maybe I’ll see it before I die.“ Von diesem Thema, und noch vielen mehr sprach die gebürtige Nigerianerin in der ersten Key-Note der Ecsite 2016 in Graz.

Mit Erinnerungen an den gestrigen Gala-Ball, an dem Rasekoala selbst in blau-goldener Festkleidung teilnahm, begann sie ihre Rede: „You guys KNOW how to dance! Wouldn’t it be wonderful if someone captured you dancing and would put you on YouTube? Because you NAILED it! You challenged the stereotype of scientists.“

Von Anna Holzhacker

Foto: Flickr, Ecsite Executive Office

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Wie in einem Interview am Tag zuvor angekündigt, bemühte sie sich, eine globale Perspektive in die europäische Konferenz einzubringen. Als Afrikanerin ist die „Europäisierung“ der afrikanischen Wissenschaft und das „Downgraden“ der eigenen Erkenntnisse und Forschung das größte Problem, dass die Wissenschaft in ihrem Land zu lösen hat.

„It’s a global failure. Whose fault is that? Is is ours. It is our fault.“

In ihrer 45-minütigen Rede appellierte Rasekoala an den Stolz und das Selbstverständnis der Afrikanerinnen und Afrikaner. Ähnlich im Mittelpunkt stand auch die Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern und den Rassen. In Afrika etwa besuche nur eine von 1900 Personen regelmäßig ein Museum oder Science Center, bei Weißen sei diese Quote um ein Vielfaches höher. Viele Studien zu diesem Thema verfälschen ihrer Meinung nach die Wirklichkeit. „Sometimes we get obsessed with numbers and forget that people don’t always do what numbers tell us.“

Rasekoalas Herzensprojekt ist es, Kinder bereits von Anfang an zu fördern und ihnen klar zu machen, wie viel Macht und Potential in ihnen steckt.

„You have to be a motivator, you have to empower them.“

Mit einer eindringlichen Empfehlung beendete sie ihre Rede: „When they speak, it is scientific, when we speak, it is on science. When they speak, it is universal, when we speak it is specific, when they speak it is neutral and when we speak, it is personal. They have facts, we have opinions, they have knowledge and we have experiences. Be proud of yourself and fight the Eurocentric arrogance.”

Elizabeth Rasekoalas inspirierende Rede wurde mit Standing Ovations vom gesamten Auditorium quittiert.

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Mehr über die Ecsite 2016 in Graz gibt es auf unserem Blog. 

Kategorie: Forschung | Kulturpolitik | Kunst- & Naturvermittlung
Schlagworte: Ecsite 2016


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