Floßfahrt, © transparadiso

8. Mai 2014 / Christoph Pelzl

transparadiso: Paradise Enterprise, Judenburg

Kunst im öffentlichen Raum

Die Künstlerin Barbara Holub und der Architekt Paul Rajakovic (geboren in Graz) interessieren sich für Stadtentwicklung mit künstlerischen Mitteln. Sie erarbeiteten in den letzten Jahren ihre Idee vom „Direkten Urbanismus“, der ein konkretes Handeln mit künstlerischen Mitteln zur Verbesserung sozialer Lebensbedingungen zum Ziel hat.

Das kann manchmal auch mehrere Jahre in Anspruch nehmen, um eine Wirksamkeit vor Ort zu entfalten. Dafür nahmen die beiden Kontakt mit Judenburg auf. Dort gibt es einen interessanten Ort zu Füßen der alten Stadt an der Flussaue der Mur. Früher stand hier einmal ein Kloster mit Gartenanlage, die Paradiesgarten hieß. Heute sind hier Wohnbauten zu finden und eine großflächige Brache, die manchmal von einem Zirkuszelt belebt wird, als Parkplatz dient oder auch im Winter als Abraumhalde für Schnee genutzt wird. Der Ort ist auch als Stadtentwicklungsgebiet überplant, denn an dieser Stelle der Mur soll in Zukunft eine weitere Staustufe entstehen, die den Flusslauf und seine Uferführung leicht verändert. Über einen längeren Zeitraum werden ab Mai 2014 vier Künstler/innen drei Vorschläge für eine weitere künftige Nutzung des Ortes realisieren.

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© transparadiso

Projekte im öffentlichen Raum brauchen in der Regel einen langen Vorlauf. transparadiso haben als in Wien lebende Künstler dafür Finanzmittel bei departure in Wien beantragt, die hiermit erstmals auch außerhalb der Hauptstadt Verwendung finden. Das Land unterstützt diese Projekt über das Institut für Kunst im öffentlichen Raum Steiermark. Die Stadt Judenburg ist ihrerseits im europäischen Verbund „Douzelage“ beteiligt, das Austauschmaßnahmen im Bereich der Kultur, des Tourismus, Schule, Sport und Geschäftsbeziehungen organisiert. Insbesondere im Jugendbereich gibt es in Judenburg viel zu tun, warum sich transparadiso auch für die Arbeit mit Jugendlichen entschieden haben. Ab 2012 wurde ein Floß gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen gebaut, das im Juli 2013 zu Wasser gelassen wurde und aufregende Fahrten auf der Mur ermöglicht, um die eigene Stadt von einer ganz anderen Seite kennen zu lernen.

 

Elisabeth Fiedler und Dirck Möllmann vom Institut für Kunst im öffentlichen Raum Steiermark haben im Sommer 2013 auch an einer Fahrt teilgenommen. Diese Arbeit mit Kindern und Jugendlichen bildete die Stufe I der künstlerischen Kooperation, die in 2014 mit der Stufe II weiter geführt wird. Stefan Demming, Folke Köbberling sowie Christine und Irene Hohenbüchler haben bewusst Orte und Tätigkeiten ausgesucht, die mit und für Jugendliche Spaß bringen. In enger Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung im Bereich Kultur und Schulen sowie mit beteiligten Anwohnern und interessierten Bürgern wird die unscheinbare Brachfläche des ehemaligen Paradiesgartens mit mehr Leben und Identität erfüllt. Auch Studierende der TU Wien sind beteiligt und werden gemeinsam mit den Künstler/innen im Atelier Kaserngasse der Öffentlichkeit vorgestellt.

Weiter Informationen:
https://www.museum-joanneum.at/de/kunstraum/projekte-5/transparadiso-1

Text: Dirck Möllmann

Kategorie: Kunst im öffentlichen Raum
Schlagworte: Die Mur | Künstler/innen | Urbanismus


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