19. April 2012 / Christoph Pelzl

Tour de Joanneum: Der Österreichische Skulpturenpark

Österreichischer Skulpturenpark

Die Idee, zeitgenössische Skulpturen auch außerhalb von Museen im öffentlichen Raum zu zeigen, geht auf Emil Breisach zurück. Ab 1981 ließ der damalige Intendant des ORF-Landesstudios Steiermark Kunstwerke auf dem Gelände des ORF platzieren und schuf mit diesem Art Park ein neues Begegnungsfeld für zeitgenössische Kunst. Davon ausgehend entstand die Idee einer adäquaten Positionierung skulpturalen Schaffens im internationalen Kontext.

Im Jahr 2000 schuf der Schweizer Landschaftsarchitekt Dieter Kienast ein sieben Hektar großes Areal für die Internationale Gartenschau in Unterpremstätten. Diese Gestaltung erwies sich als idealer Ort für einen großzügig angelegten Skulpturenpark. Mit der Gründung der Privatstiftung Österreichischer Skulpturenpark, sowie in Kooperation mit der PORR AG und dem Land Steiermark konnte die Basis für einen internationalen Skulpturenpark geschaffen, 2003 das Projekt realisiert und öffentlich vorgestellt werden.

Die Steiermärkische Landesregierung ermöglichte im Jahr 2007 in Abstimmung mit der Privatstiftung die Übernahme des Betriebs durch das Universalmuseum Joanneum. Mit diesem Schritt wurde der Österreichische Skulpturenpark in einen fundierten Wissenschafts- sowie Kunst- und Kulturkontext integriert sowie einer größeren Öffentlichkeit bekannt und zugänglich gemacht.

Heute werden im Österreichischen Skulpturenpark mehr als 60 Beispiele österreichischer und internationaler Skulptur präsentiert, die mit der Natur interagieren. Die gestaltete und sich ständig verändernde Natur korrespondiert mit den Kunstwerken, die der Witterung ausgesetzt sind, sich der Landschaft einfügen oder auf diese reagieren. Von abstrakter Bildhauerei bis zu Alltagsgegenständen, von anthropomorphen Figurationen bis zu Gebrauchsobjekten reicht das Vokabular der zeitgenössischen Skulptur, die im Dialog mit der Umgebung Aussagen über die Kunst, über die Gesellschaft, deren Konflikte und Träume treffen und Begegnungsräume schaffen kann.

Timm Ulrichs‘Tanzende Bäume und Mario TerzicsArche aus lebenden Bäumen sind die jüngsten Parkskulpturen und nehmen direkt auf die sie umgebenden Prozesse des Wachsens und Vergehens Bezug.

Timm Ulrichs, Tanzende Bäume, 1997/2010, Foto Stefan Kristoferitsch
Mario Terzic, Arche aus lebenden Bäumen, Juni 2011, Foto: J. J. Kucek

 

Oswald OberhubersKorb zeigt, dass eine Skulptur auch an der Wand hängen kann, also auch im Dialog zum Bild steht.

Oswald Oberhuber, Korb, 1989, Foto: UMJ, Michael Schuster

Die Zwiesprache zwischen Bild und Raum kann auch durch einen Dialog zwischen Kunst und Natur erweitert werden, wie die Gegenüberstellung der Skulpturen von Fritz Hartlauer und Jörg Schlick zeigt, die beide von Regeln der Form und des Wachstums inspiriert sind.

Die Arbeiten sogenannter Altmeister wie Hans Aeschbacher, Joannis Avramidis oder Fritz Wotruba finden sich auf einer dem Himmel zugewandten Stufenlandschaft, und Bewegungsmaschinen wie ein Auto (Erwin Wurm), ein Schiff (Michael Schuster), ein Flugzeug (Nancy Rubins) oder Segel (Martin Walde) erzählen vom Schicksal der Apparate, von sozialen und technischen Träumen und verwandeln die Landschaft in ein Meer oder einen Flughafen.

Martin Walde, Siamese Shadow, 2003, Foto: Martin Walde

Dies sind nur einige Beispiele, die zeigen, wie der Österreichische Skulpturenpark den Dialoghorizont erweitert und hilft, die Sprache zeitgenössischer Skulptur besser zu verstehen.

 

Doch die Sammlung wird noch erweitert. Im Rahmen des Frühlingsfests wird am Sonntag, 22. April, Wertverschiebung von Wolfgang Becksteiner eröffnet. Bei Musik, Kinderprogramm und geführten Rundgängen ladet der Österreichische Skulpturenpark zu einem Fest mit Freundinnen und Freunden. Um 13.15 Uhr startet ein Shuttle-Service vom Kunsthaus Graz, Rückfahrt um 17 Uhr. Wir ersuchen Sie um Anmeldung unter 0316/8017-9704 oder skulpturenpark@museum-joanneum.at!

 

Österreichischer Skulpturenpark
Thalerhofstraße 85, 8141 Unterpremstätten
skulpturenpark@museum-joanneum.at
T +43-316/8017-9265 und +43-316/8017-9704

 

Öffnungszeiten:
1. April bis 31. Oktober: täglich 10-20 Uhr

Kategorie: Österreichischer Skulpturenpark
Schlagworte: Tour de Joanneum