Foto: UMJ

25. April 2014 / Christoph Pelzl

In Flipflops ins Jenseits

Kunst- & Naturvermittlung | Museumseinblicke | Neue Galerie mit BRUSEUM

Die alten Ägypter haben der Nachwelt unzählige Mumien als Erbe hinterlassen, zwei davon beherbergt auch das Universalmuseum Joanneum. Nach ihrer Restaurierung in der Werkstatt einer Spezialistin für Ägyptiaca in Wien, Bettina Vak, kehrten die beiden Mumien anlässlich der Neueröffnung des Archäolgoiemuseums 2009 nach Graz zurück.

Nach Begutachtung der Mumien meinte eine Kollegin sinngemäß, „dass die Ägypter ja auch als Erfinder der Flipflops gelten.“ Und in der Tat: Zehenstegsandalen gibt es seit Jahrtausenden; sie gelten als eine der Sandalenurformen des alten Ägypten.

 

Die Mumie des Anch-pa-chrad gelangte im Jahr 1834 als Geschenk  an das Joanneum. Anch-pa-chrad, ein Priester des Gottes Amon, lebte im 10. Jh. v. Chr. Im Rahmen der wissenschaftlichen Bearbeitung durch Elfriede Haslauer (Kunsthistorisches Museum Wien) konnte  auch der zuvor namenlosen Mumie im Holzsarg ein Name gegeben werden: Pahes, Sohn des Scha-en-nofru. Weiters gelang es Haslauer, die Mumien mit ihren Grabbeigaben zu verbinden, die sich heute in Budapest und Kairo befinden. Pahes stammte aus Achmim, einer Stadt in Oberägypten. Er lebte im 2. Jahrhundert v. Chr. und kam 1896 als Geschenk von Johann Weitzer an das Joanneum.

 

Ausstellungsansicht, Foto: UMJ

Ausstellungsansicht,
Foto: UMJ

Ägyptische Kostbarkeiten im Archäologiemuseum

Die beiden Mumien zählen zweifelsohne zu den Highlights in der archäologischen Sammlung und stehen daher auch immer wieder im Zentrum von Themenführungen. Dabei war die Begeisterung für Mumien in Europa zunächst nicht im historischen Interesse begründet, sondern beruhte auf der irrtümlichen Identifikation der bei der Balsamierung verwendeten Harze als Pech oder Bitumen, das als Allheilmittel galt. Ab dem 12. Jahrhundert wurden daher Hunderte Mumien zu Pulver zermahlen und zu medizinischen Zwecken verkauft. Eine weitere wirtschaftliche Nutzung bestand in der Gewinnung von Papier aus den Leinenbinden. Erst seit der ägyptischen Expedition von Napoleon Bonaparte im Jahr 1798 erwachte das historische Interesse an den Mumien. Im Joanneum wurde bereits 1826 eine Mumie ausgestellt. Den Auftakt der wissenschaftlichen Mumienforschung bildete das im Jahr 1834 erschienene Buch History of Egyptian Mummies von Thomas Joseph.

Warum betrieben die Ägypter so einen Aufwand für das Leben nach dem Tod? Wie vermieden sie es, im Jenseits zu arbeiten? Gab es damals wirklich schon Flipflops und wo befinden sich diese heute im Museum? Die Antworten und weitere wissenswerte Fakten über die Lebens- und Glaubenswelt der Ägypter erhalten Besucherinnen und Besucher in den Themenführungen im Archäologiemuseum.

 

Foto: UMJ

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Themenführung im Archäologiemuseum:
In Flipflops ins Jenseits. Ägyptische Kostbarkeiten im Archäologiemuseum
27. April 2014, 15:30 Uhr
Treffpunkt: Foyer, Archäologiemuseum
Kosten: 2,50 €/Person (exkl. Eintritt)
Keine Anmeldung erforderlich!

Kategorie: Kunst- & Naturvermittlung | Museumseinblicke | Neue Galerie mit BRUSEUM
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