die Lehrlinge

14. November 2018 / Julia Aichholzer

Die Lehrlinge der Internen Dienste im Interview

Museumsalltag | Museumseinblicke

Christopher Kahl, Marco Pieber und Elena Regovic sind seit Sommer/Herbst 2017 als Lehrlinge am UMJ. Marco und Elena als Bürokaufmann bzw. -frau in den Referaten Personalverwaltung bzw. Logistik und Christopher als IT-Techniker im Referat IT & Kommunikation. Marco bearbeitet vor allem Ein- und Austrittsprozesse sowie die Bestellung von Zugtickets, Elena kümmert sich um Sekretariat und Hausverwaltung und Christopher leistet Erste Hilfe im Support – wir durften sie im Interview besser kennenlernen.

Ihr habt euch alle drei für eine Lehre im Universalmuseum Joanneum entschieden, warum gerade im Museum? Und was hat euch ins Büro bzw. in die IT getrieben?

Marco Pieber: Ich wollte vor allem eine Lehre als Bürokaufmann machen. Eva-Maria Lackner ist zufällig meine Nachbarin und hat mich auf die Idee gebracht, mich hier zu bewerben. Ich habe mich dann für das Joanneum entschieden, weil es mir auch nach einer Schnupperzeit hier am besten gefallen hat.

Elena Regovic: Bei mir war es da schon etwas komplizierter. Ich habe zuerst eine technische Schule besucht und wollte dann etwas im KFZ-Bereich machen oder Lackiererin lernen. Aus gesundheitlichen Gründen darf ich allerdings weder lange stehen noch Lackdämpfen ausgesetzt sein, also fiel das weg. Die Arbeit im Büro war für mich eine interessante Alternative, weil ich später gerne studieren würde. Außerdem wollte ich immer auch mit Kunst zu tun haben, selbst zeichne und fotografiere ich auch viel.

Christopher Kahl: Bei mir stand die IT-Lehre im Vordergrund. Für das Joanneum habe ich mich nach einem kurzen Praktikum entschieden, da man hier nicht nur in einem kleinen Kammerl sitzt, sondern in den verschiedenen Museen unterwegs ist, um bei IT-Problemen zu helfen. Was bei über 400 Mitarbeitern recht häufig passieren kann (lacht). Außerdem sieht man dadurch auch die ganzen Ausstellungen.

Habt ihr denn noch Lust auf einen Ausstellungsbesuch, wenn sich die Arbeit schon darum dreht?

MP: Für mich kommt es immer auf das Thema der Ausstellung an. Meine Tante ist sehr museumsbegeistert und durch meine Mitarbeiterkarte gehen wir jetzt öfter zu Ausstellungen.
ER: Es kommt darauf an. Die letzte Architekturausstellung hat mir zum Beispiel sehr gut gefallen, Tierpräparate mag ich nicht so gern. Ich liebe Tiere und bin auch Vegetarierin, das ist also nicht so meins.
CK: Ich sehe Ausstellungen meistens, weil irgendwelche Bildschirme nicht funktionieren (lacht). Geschichtliche Ausstellungen interessieren mich dann mehr als künstlerische.

Man weiß ja nie genau, was einen erwartet, wenn man einen neuen Job antritt. Welches Erlebnis hat sich euch besonders eingeprägt bzw. was hat euch sehr überrascht?

ER: Dass das Arbeitsklima hier so gut ist! In der Logistik ist es wie in einer kleinen Familie. Man sitzt auch mal bei einem Kaffee zusammen und redet.
MP: Für mich war es klar, dass ich mich einfach darauf einlasse und mich überraschen lasse. Durch meine Familie habe ich den Büroalltag schon ein bisschen gekannt und auch schon mitgeholfen. Die Aufgabengebiete sind zwar ein bisschen anders, aber große Überraschungen gab es keine.
CK: Für mich war auch das entspannte und freundliche Arbeitsklima überraschend. Ich verstehe mich gut mit allen Kolleginnen und Kollegen, dabei habe ich mir den Berufsalltag vorher eigentlich eher kalt vorgestellt.

Welche Arbeiten sind für euch die Spannendsten und auf was könntet ihr eher verzichten?

MP: Ich weiß auch nicht warum, aber am liebsten buche ich Dienstreisen. Ich bin irgendwie ein Einkaufstyp, der gerne online shoppt (lacht). Es gibt eigentlich nichts, was mir keinen Spaß macht.
ER: Inventarisierung ist ein bisschen langwierig, wenn die Dinge nicht da stehen, wo sie sollten.
CK: Am meisten macht es mir Spaß, anderen Leuten bei ihren IT-Problemen zu helfen oder PCs neu aufzusetzen. Das dauert seine Zeit und da kommt man auch zum Reden mit den Leuten. Das Ausschlachten der alten PCs, also das Ausbauen der wichtigen Teile vor der Entsorgung, ist auch lustig. Papierkram ist weniger meins.

Hattet ihr denn schon Gelegenheit, euch besser kennenzulernen?

CK: Wir haben gemeinsam ein zweitägiges Seminar zu ‚Wertschätzender Kommunikation‘ gehabt, da hatte man auch viel Zeit, miteinander zu reden.
ER: Gegessen haben wir auch gemeinsam.
MP: Und Snapchat ausgetauscht!

Wie würdet ihr euch gegenseitig in 3 Worten beschreiben?

ER: (über CK) Nett, lustig, sportlich.
CK: (über MP) Nett, hilfsbereit und schlechter Musikgeschmack.
MP: Sagst du! (lacht)
ER: Da muss ich zustimmen. Helene Fischer ist halt nicht so … Wir meinen es ja nicht böse.
MP: Das weiß ich eh, ihr seid ja nicht die einzigen, die das sagen. Aber das hat mich von Anfang an nicht gestört, mir ist egal, was andere da denken.
ER: Außerdem hat da jeder seinen eigenen Geschmack, das ist ja egal.
MP: Stimmt. Also Elena ist auf alle Fälle nett, motiviert beim Inventarisieren und hilfsbereit.
ER: Danke! (lacht)

Unsere Lehrlinge Christopher, Elena und Marco im Interview

Nachdem Arbeit ja tatsächlich nicht das ganze Leben ist – wie nutzt ihr einen freien Tag?

ER: Essen! Also nein, ich habe Haustiere, zwei Hunde, zwei Mäuse und meine Schwester hat eine vor Kurzem gerettete Babykatze. Mit den Hunden habe ich früher viel Sport gemacht, jetzt wird nur noch gekuschelt mit ihnen. Sonst würde ich noch fernsehen, zocken oder Freunde treffen.
CK: Ich würde wahrscheinlich am langen Wochenende mit Freunden feiern gehen oder etwas unternehmen und im Fitnessstudio trainieren. Außerdem viel essen.
MP: Ich habe auch Haustiere: Drei Hasen und ein Huhn, das Duden heißt. Ich hab immer gesagt, sollte ich einmal ein Huhn haben, dann wird das Duden heißen. Es ist total zutraulich, ich kann es aufheben, füttern und streicheln.
ER: Ich würde auch gern einmal ein Huhn streicheln. Jedes Huhn, das mir begegnet ist, ist bis jetzt weggelaufen oder hat mich gezwickt.
MP: Also mein Huhn lässt sich von jedem aufheben. Es lebt eigentlich bei meiner Nachbarin, aber ist quasi mein Pflegehuhn. Meine Tiere haben alle außergewöhnliche Namen, ein Hase heißt Cucumber Helene Po.
ER: Die Katze meiner Schwester heißt Erzherzogin Momo Rosé vom Idelhof. Jeder nennt sie nur Momo. (lacht)
CK: Ich hatte nur mal eine Schlange, die hat auch nie auf ihren Namen gehört: Angelo.

Christopher, du bist ja auch Bogenschütze. Wolltest du einfach mal eine ungewöhnliche Sportart ausprobieren oder trainierst du für die nächste Robin-Hood-Verfilmung?

CK: Inspiriert wurde ich dazu von Robin Hood, schon als Kind habe ich die Filme gern gesehen. Ich habe es dann einfach mal probiert, es hat mir gefallen und jetzt mache ich das schon seit 5 Jahren. Ich schieße auch österreichweit Turniere, vor ein paar Monaten erst die österreichische Meisterschaft. Momentan habe ich aber nicht mehr so viel Zeit, da ich auch 6 Mal die Woche ins Fitnessstudio gehe.

Elena, neben deiner Lehre als Bürokauffrau hast du ja auch noch eine Karriere als Hundetrainerin hinter dir. Bist du heute auch noch eine Hundelady oder reicht dir mittlerweile ein Snapchat-Filter?

ER:(lacht) Ich habe das mit 6 Jahren zusammen mit meinem Vater begonnen. Erst in der Hundeschule und dann ging es weiter und weiter mit verschiedenen Seminaren, ich habe auch jedem Trainer über die Schulter geschaut. Später, mit 10 Jahren, habe ich mit meinem eigenen Hund an Breitensport- und Agility-Turnieren teilgenommen und einige Meisterschaften gewonnen. Die Missgunst und das Gerede in der Sportart haben mir dann aber die Freude daran genommen. So macht es einfach keinen Spaß. Jetzt gehe ich mit den Hunden nur noch in den Wald oder schwimmen.

Marco, du bist ja nicht nur hinter dem Computer tätig, sondern auch schon auf der Bühne gestanden. Wie kam es zu deiner Rolle in ‚Emil und die Detektive‘, einer Produktion von Next Liberty und Oper Graz?

MP: Die Schauspielerei interessiert mich einfach, ich bin eine Rampensau. Aber eigentlich war es ein großer Zufall: Als ich 13 war, hat ein Schulkollege einen Zeitungsausschnitt gefunden. Ich habe mich dann zum Casting beworben und wurde gleich genommen. Das war eigentlich mein erster Job, es hat mir richtig Spaß gemacht, 21 Mal als Statist auf der Bühne zu stehen. Die Atmosphäre war unglaublich, auch wenn ich die ersten Male sehr nervös war.

Netflixabend oder Party mit Freunden? CK und ER: Netflix! MP: Beides abwechselnd

Selbst kochen oder Lieferdienst? MP: Bestellen. CK und ER: Selbst kochen

Snapchat oder Instagram? Alle: Snapchat! ER: Oder doch Instagram? Beides.

Strand- oder Skiurlaub? CK und ER: Strand. MP: Beides. CK: Ich bin ein Kältemensch, aber Skifahren mag ich nicht.

Nachthemd oder Pyjama? MP: Pyjama. ER und CK: Weder noch!

Marco Pieber und Pflegehuhn Duden, Foto: Marco Pieber

Elenas Aremis in Superman-Manier, Foto: Elena Regovic

 

Fotos: Elisabeth Eder, Marco Pieber, Elena Regovic

Kategorie: Museumsalltag | Museumseinblicke
Schlagworte: Arbeiten im Museum


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