Steirisch, vor 1500, Maria mit den Vierzehn Nothelfern Alte Galerie, Inv.-Nr. 330, Aufnahme: Joanneum, Multimediale Sammlungen

1. November 2012 / Christine Rabensteiner

Das Fest Allerheiligen

Alte Galerie | Volkskundemuseum

In allen großen Weltreligionen wird das Leben hervorragend ethisch lebender Menschen gewürdigt. Der Heilige wird in der römisch-katholischen Kirche nicht nur geehrt, es wird auch um seine Fürsprache bei Gott gebeten.

Ein Fest für alle Heiligen

Schon in den ersten christlichen Jahrhunderten wurde ein Fest für alle Heiligen notwendig, da ihre Zahl beträchtlich angewachsen war. In der Westkirche wurde unter Gregor IV. (827-844) der 1. November zum Feiertag aller Heiligen bestimmt, während die Ostkirche den ersten Sonntag nach Pfingsten dazu auswählte. Das ursprünglich den antiken Gottheiten gewidmete Pantheon in Rom wurde 609 oder 610 allen Heiligen geweiht.

Im frühen Mittelalter wurden vor allem in der Buchmalerei Gruppen von Heiligen in Anbetung des Lammes dargestellt, was auf die Bibelstelle Apokalypse 5 und 7 zurückgeht. In der Renaissance und im Barock finden sich Szenen der Anbetung des Gnadenstuhls, des Kreuzes, oder der Dreifaltigkeit mit der Gemeinschaft der Heiligen (communio sanctorum). Nicht selten nehmen sie ihren Platz im gemalten Himmel von Kirchenkuppeln und ein.

 

Steirisch, vor 1500, Maria mit den Vierzehn Nothelfern, Alte Galerie, Inv.-Nr. 330, Aufnahme: Joanneum, Multimediale Sammlungen

Die Alte Galerie zeigt außer vielen Bildwerken einzelner Heiliger in der mittelalterlichen Kunst eine sehr ansprechende Tafel eines steirischen Meisters mit Maria und den Vierzehn Nothelfern (gegen 1500). Schon seit dem 14. Jahrhundert wurden auserwählte Heilige, die Nothelfer, in dieser Gruppierung um ihre Hilfe gebeten. Durch die verschiedenen Orden gefördert, erfreuten sie sich als Beistände in allen menschlichen Notlagen großer Beliebtheit bei den Gläubigen.

Aufwertung der Heiligen

Eine wichtige Aufwertung erfuhren die Heiligen in der römisch-katholischen Kirche seit dem Konzil von Trient (1545-1563), als die bildnerische Darstellung dieser beispielhaften Christen besonders erfordert wurde. Allein das Apostolische Glaubensbekenntnis (Credo) von Teodoro Ghisi (1588) beweist die Wichtigkeit der Heiligenverehrung in dieser Zeit.

Teodoro Ghisi (1536-1601), Apostolisches Glaubensbekenntnis, Alte Galerie, Inv.-Nr. 133

Die intensive Heiligenverehrung der Barockzeit lässt sich an vielen Ausstattungen von Kirchen oder anderen Denkmälern heute noch ablesen.

Christine Rabensteiner
Kuratorin für neuzeitliche Kunst

Am 11.11.2012 um 14:30 gibt es im Rahmen einer Themenführung die Gelegenheit, mehr über dieses Thema zu erfahren.
Treffpunkt: Alte Galerie Schloss Eggenberg
2,50 €/Person (exkl. Eintritt)
Keine Anmeldung erforderlich!

Kategorie: Alte Galerie | Volkskundemuseum
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