Wie wird der Naturraum für die Verteidigung genutzt?

Um sich zu schützen, bauen die Menschen auf die naturräumlichen Gegebenheiten oder beziehen diese in eigene wehrtechnische Anlagen ein: Gräben und Erdwälle werden genutzt, um Eindringlinge „im Vorfeld“ zu stoppen. Schanzen werden aus Erde aufgeschüttet und in die Erdwälle integriert. Sie dienen den Soldaten und der lokalen Dorfbevölkerung als Flucht- und Rückzugsort. Sogar Brunnen werden in den Schanzbauten angelegt, um die Trinkwasserversorgung sicherzustellen. Hölzerne Befestigungstürme entlang der Gräben und Wälle verbessern den Überblick. Verhacke oder Verhaue aus Bäumen und Ästen, Hecken und Dornengebüsch erhöhen die Wirkkraft der Anlagen. Auf den Hügeln werden sogenannte Kreidfeuer-Stationen errichtet, um die Bevölkerung bei Gefahr mit Lichtsignalen sowie durch Schüsse zu warnen.

Kuruzzenwall Radkersburg – St. Anna am Aigen

Im frühen 18. Jahrhundert wird entlang der östlichen Landesgrenze der sogenannte Kuruzzenwall als Verteidigungslinie geplant. Parallel zum Flüsschen Kutschenitza angelegt, zieht sich der Wall im freien Feld über eine Länge von gut 16 km. Unweit der heutigen Grenze zu Slowenien verbindet er die Orte Radkersburg, Sicheldorf, Dedenitz, Goritz, Haseldorf (nördlich von Klöch), Gruisla (heute zu Klöch gehörig) und reicht bis nach St. Anna am Aigen. Der Plan sieht eine Anbindung an die niederösterreichische Linie bis nördlich von Friedberg vor, wird in dieser Form aber nicht ausgeführt.

Schanze von Dedenitz

Die Schanze besteht aus einem etwa 60 x 60 Meter messenden Innenhof, der nur von einer Seite betretbar ist. Der Innenhof ist von einem rund zwei Meter hohen Wall umgeben. Geschützt ist er zudem durch einen mehrere Meter tiefen und breiten Graben sowie Pfähle aus Holz. Der Zugang zum Inneren erfolgt über eine Zugbrücke und durch ein hölzernes Tor. Die Wasserversorgung stellt ein Brunnen sicher. Die Schanze wird aus Erde und gestampftem Lehm errichtet. Ob es eine Verstärkung durch Stein- oder Ziegelmauern gibt, geht aus dem Plan von 1704 nicht hervor.

Interview: Dr. Hermann Kurahs, Historiker, Korrespondent der Historischen Landeskommission, Bad Radkersburg Video: Walter Schaidinger, 2020/8/28, Dedenitz bei Bad Radkersburg

Tschartake

Gesäumt wird der Wall von Befestigungstürmen, den sogenannten Tschartaken: Wachtürme aus Holz zur Grenzüberwachung und Verteidigung mit Schießluken im Obergeschoss. Tschartaken werden in Sichtweite zueinander aufgestellt und können relativ rasch errichtet werden. Mit Ende ihrer Nutzung verfallen sie oder das Material wird anderweitig genutzt. Besonders zahlreich entstehen Tschartaken zu Beginn des 18. Jahrhunderts entlang des Flusses Lafnitz.

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