Krisen und Konflikte der Neuzeit

Die Ost- und Südost-Steiermark als Wehrlandschaft

Bettina Habsburg-Lothringen und Leopold Toifl

Für die Menschen in der Ost- und Südoststeiermark ist die Neuzeit eine Krisenzeit: Fehden und Aufstandsbewegungen führen im 15. Jahrhundert zu Angriffen auf Burgen und Ortschaften. Weil sich das Osmanische Reich seit Beginn des 16. Jahrhunderts über große Teile Ungarns und Kroatiens erstreckt, stehen Überfälle aus den osmanisch besetzten Gebieten an der Tagesordnung.

 

Bis in das frühe 18. Jahrhundert fallen zudem ungarische Aufständische in die Region ein: Sie wehren sich gegen die habsburgische Herrschaft und versetzen die Bevölkerung der Dörfer in Angst und Schrecken. Ihr Vordringen ist im Raabtal leicht möglich, weil es dort kaum natürliche Hindernisse im Gelände gibt.

 

Vor diesem Hintergrund machen sich Generationen von Menschen daran, ihren Lebensraum in eine Wehrlandschaft umzubauen. Manch verwüstete Dörfer werden verlassen und aufgegeben. Von ihnen bleibt oft nicht mehr als ihr Name in einer Karte oder Urkunde.

Grafik: © UMJ, 2021, Katharina Schwarz, auf Basis von „Wehrtechnische Anlagen
in der Ost- und Südoststeiermark um 1810“, Zusammenstellung von Leopold Toifl,
UMJ/Landeszeughaus

Die Karte zeigt das dichte Netz an wehrtechnischen Elementen und Anlagen, die in der Ost- und Südoststeiermark vom 15. bis zum 18. Jahrhundert entstanden sind. In Summe verwandelten sie die Landschaft in eine Wehrlandschaft.

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