Was wird von der Grazer Burg aus regiert?

Innerösterreich ‒ dieser Name fasst die habsburgischen Länder südlich des Semmering zusammen: die Herzogtümer Steiermark, Kärnten und Krain, die Grafschaften Görz und Gradisca sowie die ehemalige Reichsstadt Triest mit ihrem Umland. Als politische Einheit existierte Innerösterreich im Übergang vom 14. ins 15. Jahrhundert schon einmal. Nun entsteht es erneut. Seine Regierung und Verwaltung überträgt der Wiener Hof einem Angehörigen der Dynastie. 1564 tritt Erzherzog Karl II. in Graz sein Amt an. Ihm folgt sein Sohn Ferdinand II. nach. 1619 zum Kaiser gekrönt, verlegt dieser seine Residenz nach Wien. Die Burg verliert ihre Funktion als Sitz des Landesfürsten.

 

Als Zentrum von Innerösterreich unterhält Graz eigene Behörden: So die Geheime Hofstelle, die Hofkammer und den Hofkriegsrat, der in erster Linie für den Grenzschutz zuständig ist. Reichstag und Kurie beschickt man mit eigenen Gesandten. Nach 1619 übersiedeln diese Behörden wieder nach Wien.

 

Graz ist aber nicht nur Regierungs- und Verwaltungssitz. Es ist kultureller Sammel- und Kristallisationspunkt für einen ganzen Raum. Aus dem Süden dringt die Renaissance sukzessive nach Mitteleuropa vor.  Ihre v.a. aus Oberitalien stammenden Künstler und Architekten begründen eine neue Baukultur in Graz und auf den Landsitzen des Adels, wo ein echtes Wettbewerbsklima entsteht. Auch Musik- und Kunstleben am Grazer Hof bringen Menschen und neue Eindrücke aus Europa ins Land. Das Engagement der Baumeister an der Militärgrenze trägt den neuen Stil nach Südosten.

„Die Provinz Inner-Oesterreich …“, verlegt bei Franz Xaver Miller, Graz 1794, Reproprint, Steiermärkisches Landesarchiv

Universum der Macht. Die Habsburger Erblande „Die Provinz Inner-Oesterreich …“, verlegt bei Franz Xaver Miller, Graz 1794, Reproprint, Steiermärkisches Landesarchiv

Museum für Geschichte

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29. Mai 2023

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