Die militärische Kapitulation am 8. Mai 1945 brachte das Ende der NS-Herrschaft. Sie war die Voraussetzung für die demokratische Wiederrichtung der Republik Österreich. Die alliierten Kontrollmächte Frankreich, Großbritannien, die Sowjetunion und die Vereinigten Staaten, aber auch die österreichischen Behörden unternahmen in den folgenden Jahren Anstrengungen, um NS-Täter*innen für ihre Taten zu bestrafen und die Gesellschaft zu „entnazifizieren“: Nationalsozialistisches Gedankengut sollte aus der Gesellschaft verbannt werden.
Das gelang nicht in allen Bereichen. In der Gesellschaft und Politik verbreiteten sich unterschiedliche Ausflüchte. Die einen meinten, von den Verbrechen der Nationalsozialisten nichts gewusst zu haben. Sie sahen sich als unschuldig Verführte sowie als Opfer der Entnazifizierung. Die anderen behaupteten, es sei ja nicht alles schlecht gewesen. So habe der „Anschluss“ doch Arbeit und Brot gebracht. Die Folgen der teils verweigerten Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus wirken nach. Die NS-Vergangenheit wirft ihre Schatten bis in die Gegenwart.