Ein Erinnern an das Leid der steirischen Jüdinnen*Juden war bis zum Gedenkjahr 1988 im öffentlichen Raum kaum gegeben. Es gab bis dahin auch keine Zeichen der Erinnerung von offiziellen Stellen. Nur die „Israelitische Kultusgemeinde Graz“ brachte am 9. November 1963 - also 25 Jahre nach dem Novemberpogrom 1938 - an ihrem Amtsgebäude eine Gedenktafel in Erinnerung an ihre ermordeten Mitglieder an.
Es brauchte weitere 25 Jahre, ehe 1988 erstmals offizielle Stellen der Steiermark der Vertreibung und Ermordung der jüdischen Steirer*innen gedachten: Am 50. Jahrestag des Novemberpogroms wurden die Grundmauern der 1938 niedergebrannten Synagoge freigelegt. Der Platz vor dem Amtshaus wurde in „Synagogenplatz“ umbenannt. Ein Mahnmal wurde – wie es in der „Erklärung der Stadt Graz“ dazu hieß – als „Zeichen der Trauer, der Mahnung und der kritischen Selbstbestimmung“ errichtet.
In den folgenden Jahren wurden von offiziellen Stellen des Landes und der Stadt Graz zahlreiche weitere Zeichen der Erinnerung gesetzt. Den Höhepunkt bildete die Errichtung und Übergabe der neuen Synagoge am 9. November 2000.