In der Nacht vom 8. auf den 9. Mai 1945 rollten die Panzer der Roten Armee von der Ries kommend durch die Elisabethstraße in die Stadt. Als die Grazer Bevölkerung am 9. Mai aufwachte, standen die Panzer vor dem Rathaus, in dem bereits die erste provisorische Stadtregierung ihre Tätigkeit aufgenommen hatte. Für die einen war das die lang ersehnte Befreiung vom Nationalsozialismus, für die „Parteigenossen“ eine Niederlage. Für die Mehrheit der Bevölkerung begann eine Zeit der Ungewissheit und des Umbruchs. Aus den Ruinen des besiegten „Tausendjährigen Reichs“ entstand die Zweite Republik, an deren Beginn die Demokratisierung und Entnazifizierung sowie ein wirtschaftlicher und geistiger Wiederaufbau standen.