Jugend und Jugendlichkeit spielten für den Nationalsozialismus eine zentrale Rolle. Der NS-Staat verstand sich im Gegensatz zur Weimarer Republik als das „junge“ Deutschland. Jugendlichkeit und Jungsein wurden so zum Wert an sich. In der Propaganda wurden die Jugendlichen als die nationalsozialistische Zukunft idealisiert. Mit Verlockungen und Zwängen versuchte man junge Menschen an das Regime zu binden und sie im nationalsozialistischen Geist zu erziehen. Sie sollten zu „rassenbewußten, körperlich gesunden, geistig regsamen, charakterlich gefestigten, lebensbejahenden, kameradschaftlich denkenden Menschen“ werden, wie es Adolf Hitler formulierte. All jene, die nicht Teil dieser rassistischen Gemeinschaft sein konnten oder wollten, wurden gewaltsam ausgeschlossen und vernichtet. Für alle anderen bedeutete es bedingungslosen Gehorsam und Disziplin. „Du bist nichts, dein Volk ist alles“, war die Parole der Jugenderziehung.