Ende Mai 1946 lebten in Österreich mehr als 83.000 Flüchtlinge in insgesamt 66 Lagern. Mehr als die Hälfte dieser Lager wurden von der UNRRA verwaltet und betreut. Diese Organisation übernahm auch die Rückführung von Kriegsvertriebenen aus den westlichen Besatzungszonen Österreichs in ihre Heimatländer.
Es galt vor allem, sechs Hauptgruppen von Flüchtlingen zu versorgen: Pol*innen, polnische Ukrainer*inn, Balt*innen (Est*innen, Lett*innen und Litauer*innen), Jugoslaw*innen sowie Jüdinnen und Juden. Für „Volksdeutsche“ übernahm die UNRRA hingegen keine Verantwortung. Für diese blieben vorerst die alliierten Militärregierungen verantwortlich.
Aufgrund neuer Fluchtbewegungen stellten jüdische Flüchtlinge ab Juli 1946 in Österreich mit über 30.000 Personen die größte Gruppe in den Lagern dar. Allein in der Steiermark befanden sich im Juli 1946 über 20.000 Flüchtlinge in Lagerkomplexen, darunter über 4.000 jüdische Flüchtlinge. Sie waren in den UNRRA-Lagern Admont, Kapfenberg-Hafendorf und Kapfenberg-St. Marein untergebracht.