Ein Jahr nach Kriegsende zählten Österreich und die Steiermark zu den am schlechtesten versorgten Gebieten Europas. Die Region war politisch, wirtschaftlich und sozial zerrüttet. Der Krieg hatte an die 60.000 Tote in – oder aus der Steiermark gefordert, Städte waren zerstört. Viele Menschen standen vor existenziellen Fragen nach Nahrung, Wohnraum und Zukunft.
In dieser kritischen Phase von 1945 bis 1948 sicherten internationale Hilfsprogramme das Überleben Zehntausender Menschen. Ermöglicht wurde dies durch eine völlig neue Form der globalen Zusammenarbeit: die Gründung der UNRRA (United Nations Relief and Rehabilitation Administration). Unter US-Federführung übernahm diese Organisation eine historische Vorreiterrolle, deckte bis zu 80 Prozent der österreichischen Grundversorgung ab und setzte neue Maßstäbe in der Diplomatie.