Die „Beseitigung der Arbeitslosigkeit“ spielte in der Propaganda der Nationalsozialisten eine wesentliche Rolle: Noch während der Wahlwerbung für die „Volksabstimmung“ am 10. April 1938 kam der Reichswirtschaftsminister Generalfeldmarschall Hermann Göring in die obersteirischen Industriegemeinden und verkündete dort sein „Programm für Arbeit und wirtschaftlichen Aufbau“.
Anlässlich einer Kundgebung am Erzberg in Eisenerz versprach er am 29. März 1938 vor Tausenden Zuhörer*innen: „Wenn ein Ort für Deutschland eine besondere Bedeutung hat, so ist das die Stadt Eisenerz. Eisen ist das edelste Metall, wertvoller als Gold und Silber. Aus Eisen schmiedet man das Schwert und damit den Frieden, aus Eisen schmiedet man den Pflug, und mit Eisen bauen wir unsere Wirtschaft auf. Von nun an wird hier Leben herrschen und es ist ausgeschlossen, dass jemals in Zukunft in Eisenerz auch nur ein einziger Werktätiger arbeitslos würde.“
Dabei gab er gleichzeitig auch die sofortige Einstellung von 500 Arbeitern am Erzberg und die Eingliederung der „Österreichisch-Alpinen Montangesellschaft“ in die kriegswirtschaftliche Planung der „Reichswerke Hermann Göring“ bekannt.
Am Nachmittag des gleichen Tages versicherte Göring im Hüttenwerk Donawitz: „Die Zeiten, wo ein gesunder deutscher Mensch keine Arbeit finden konnte, sind vorbei und gehören der Vergangenheit an. In einigen Monaten gibt es in Österreich keine Arbeitslosen mehr.“