Zinnobjekte

Zinn war das Silber der Bürgerinnen und Bürger im Mittelalter. Es zeugte von Wohlstand. Aus Zinnbechern wurde getrunken und von Zinntellern gegessen. Ab dem späten 18. und frühen 19. Jahrhundert wurde das Zinngeschirr zunehmend aus dem Haushalt verdrängt. Porzellan galt nun als schick. Wer sich Porzellan nicht leisten konnte, der hatte Geschirr aus Steingut. Das Zinn blieb nur noch im Regal.

 

Herstellung

Zinn ist ein weiches Schwermetall, das bereits bei einer Temperatur von ca. 230 oC schmilzt. Die Zugabe von Blei erhöhte die Gussfähigkeit und verminderte die Sprödigkeit des Materials. Den eigentlichen Glanz erhielt das Zinn erst nach dem Gießen. Durch Reiben und Schleifen wurde der Gegenstand aufpoliert. Zusätzliche Einzelteile wie Henkel, Füße oder Ausgusstüllen wurden für sich gegossen und durch Anlöten befestigt. Durch Gravieren konnte das Objekt auch nach dem Gießen verschönert werden.

 

Marke als Qualitätsgarantie

Die Marke auf den Zinngegenständen stand für eine bestimmte Qualität. Sie schützte den Meister vor der Konkurrenz, und der Kundschaft garantierte sie Materialreinheit. Sie ermöglichte eine Zuordnung zum Meister und – kombiniert mit einem Stadtwappen – zum Herkunftsort. Zusätzlich konnte ein Landeswappen aufgebracht werden. Es garantierte die Hochwertigkeit der Zinnware. Das Dreimarkensystem hatte die gleiche Funktion. Hierbei wurde eine Meister- oder eine Ortsmarke doppelt eingeschlagen. Engel, Rosen und Kronen können in Verbindung mit den Meisterinitialen oder ausgeschriebenen Namen bzw. einem Stadtwappen vorkommen. Sie betonen die Hochwertigkeit der Zinnmischung. Die Bezeichnung „London“ verweist ebenso wie Rose und Engel auf England als Herkunftsland besonders hochwertigen Zinns. Die Zinnware selbst musste aber nicht aus England stammen. Der Begriff „Probezinn“ steht für einen höheren Bleigehalt. Ab 1800 wurden die Städte- und Meisternamen zunehmend ausgeschrieben.

 

Museum für Geschichte

Sackstraße 16
8010 Graz, Österreich
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geschichte@museum-joanneum.at

 

Öffnungszeiten
Mi-So 10 - 17 Uhr

 

26. Dezember
2. April 2018
1. Mai 2018
21. Mai 2018

24. bis 25. Dezember
1. Jänner 2018
24. bis 25. Dezember 2018