Kabinettschrank

Der Kabinettschrank aus unserer Sammlung ist ein Beispiel für hochwertige europäische Lackkunst. Europa kam erstmals im 16. Jahrhundert mit den ursprünglich ostasiatischen Lacktechniken in Kontakt.

Die Begegnung mit dem neuartigen Material löste eine ähnlich große Bewunderung aus wie das ebenfalls aus Asien importierte Porzellan. Kein Wunder also, dass die exotischen – „indianischen“ – Waren bald groß in Mode kamen und die Nachfrage immer weiter stieg. 

Herstellung

Lack wurde aus Lackrohstoffen, Lösemitteln und mitunter auch Farbmitteln gemischt. Für das Auftragen des Lacks musste die Oberfläche des Objekts vorbereitet werden. Dafür wurde eine mehrschichtige Leim-Kreide-Grundierung aufgebracht. Nach jedem Auftragen wurde die Fläche getrocknet und geglättet. Dem folgte das mehrfache Aufstreichen des farbigen Lacks. Sehr wichtig war das Einhalten der Trocknungszeit!

Danach wurde die Oberfläche geschliffen und erneut lackiert. Bis zu 20 Mal wiederholte sich dieser Vorgang: Lackieren, Trocknen, Schleifen … Schließlich wurde ein farbloser Lack aufgetragen und nach seiner Trocknung auf Hochglanz poliert. Im letzten Schritt wurden Dekorelemente gemalt. 

Bewundern und Imitieren

In der europäischen Lackkunst orientierte man sich zunächst an den asiatischen Formen. Ab der Mitte des 18. Jahrhunderts entfernte man sich von diesen Vorlagen. Nach und nach wurde eine eigenständige Lackkunst entwickelt. Typisch europäische Motive aus der Religion und der antiken Mythologie wurden verarbeitet. Da und dort war auch Erotisches zu sehen. 

Museum für Geschichte

Sackstraße 16
8010 Graz, Österreich
T +43-316/8017-9800
F +43-316/8017-9849
geschichte@museum-joanneum.at

 

Öffnungszeiten
Mi-So 10 - 17 Uhr

 

26. Dezember
2. April 2018
1. Mai 2018
21. Mai 2018

24. bis 25. Dezember
24. bis 25. Dezember 2018