Gusseisenobjekte

Dekor- und Gebrauchsgegenstände aus Gusseisen waren vor allem zu Beginn des 19. Jahrhunderts in Mode. Das lag zum einen an der verbesserten Technik, zum anderen an der schwierigen wirtschaftlichen Situation. Edelmetalle waren in der Zeit der Napoleonischen Kriege Mangelware. Wer Gold- und Silberschmuck besaß, gab diesen her, um den Krieg gegen Napoleon zu unterstützen. Der stolz getragene Eisenschmuck wurde so zum Zeichen patriotischer Gesinnung. Gleichzeitig entsprach er in seiner Strenge ganz dem Stilempfinden der damaligen Zeit.

 

Herstellung

Für diesen Film untersuchte der Kunstgießer Richard Pichler ein Gusseisen-Objekt aus unserem Depot und zeigt die wesentlichen Arbeitsschritte seiner Produktion.

 

Modellieren und Reproduzieren

Im 19. Jahrhundert entwickelt sich das Gussverfahren von der Einzelfertigung zur Massenproduktion. Für den beschleunigten Gießvorgang war der Übergang zur Kastenformerei mit nassem Sand entscheidend. Die Form ging bei diesem Verfahren zwar verloren, aber das Modell konnte immer wieder verwendet werden. Das Nachgießen von Objekten anderer Gießereien wurde dadurch erleichtert. Besonders deutlich werden Rationalisierungsprozesse bei der Schmuckproduktion. Für eine Vielzahl an feinen Teilen wurde nur eine Kastenform verwendet. Ein Gusskanal verband die winzigen Modelle, die auf einmal gegossen wurden. Dadurch entstanden sogenannte Gussbäume. Nach dem Erkalten wurden die Schmuckteile abgenommen, geschliffen und mit kleinen Ringen in immer neuen Kombinationen zusammengestellt. Kundinnen und Kunden konnten sich Teile, aus denen der Schmuck bestehen sollte, aus Mustertafeln aussuchen.

 

Museum für Geschichte

Sackstraße 16
8010 Graz, Österreich
T +43-316/8017-9800
F +43-316/8017-9849
geschichte@museum-joanneum.at

 

Öffnungszeiten
Mi-So 10 - 17 Uhr

 

26. Dezember
2. April 2018
1. Mai 2018
21. Mai 2018

24. bis 25. Dezember
1. Jänner 2018
24. bis 25. Dezember 2018